imm cologne

Wohnen. Einrichten. Leben.

19. - 25.01.2015

imm cologne

Jedes Projekt ist einzigartig und erzählt seine eigene Geschichte

Ein Interview mit Jeffrey Kovel von Skylab Architecture in Portland, Oregon, über sich wandelnde Lifestyles in den USA und das richtige Maß zwischen Massenproduktion und Individualität.

Skylab Architecture: Hoke Residence, Portland, Oregon, 2007 + 2012 Copyright: Courtesy of Boone Speed

Skylab Architecture: Hoke Residence, Portland, Oregon, 2007 + 2012
Copyright: Courtesy of Boone Speed

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Hunger nach Innovation

Ein Interview mit H. Koon Wee, Eunice Seng und Darren Zhou von SKEW Collaborative, Shanghai und Hongkong, über Leben und Architektur in China.

SKEW Collaborative: Chinese Academy of Sciences IOT Center and Labs, Shanghai, 2013 Copyright: Alvaro Quintanilla

SKEW Collaborative: Chinese Academy of Sciences IOT Center and Labs, Shanghai, 2013
Copyright: Alvaro Quintanilla

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(So lebt die Welt in) Sydney: Australiens heimliche Hauptstadt Teil 1

Fernweh in einer neuen Dimension. Down Under, Koalabär, rote Erde, Backpacker, Didgeridoo, Ayers Rock und Känguru – die wohl typischsten Assoziationen, wenn man in Gedanken an Australien schwelgt. Es ist kaum verwunderlich, dass der kleine Kontinent am anderen Ende der Welt auch immer mehr Besucher aus europäischen Gefilden in seinen Bann zieht. Australien ist eine echte Verführerin: Es ruft mit seiner einzigartigen Flora und Fauna, ködert mit einem der sieben Weltwunder der Natur („Great Barrier Reef“), verspricht endlose Weiten im Outback und glänzt mit Küstenmetropolen wie Sydney und Melbourne. Doch Australien kann noch mehr: Es lockt mit seinen Persönlichkeiten und kulturellen Eigenheiten, vom aufgeschlossenen, warmherzigen Australier bis zur Urbevölkerung, den sagenumwobenen Aborigines. Da bekommt das Wort „Fernweh“ gleich eine ganz neue Bedeutung. Wenn man eine Reise nach „Down Under“ wagt, ist Sydney in jedem Fall ein Muss. Als größte Stadt auf dem kleinsten Kontinent der Welt scheut es auch den internationalen Vergleich nicht. Cool bleiben gehört in Sydney eben dazu. Die „No-worries-Mentalität“ entlang der „Great Ocean Road“ und die zahlreichen Sonnenstunden am „Bondi Beach“ sorgen für wahre Begeisterungsstürme unter denjenigen, die auf der Suche nach dem endlosen Sommer sind. Eine unverbesserliche Leidenschaft der Surferstadt für „La Dolce Vita“ tut mit Sicherheit ihr übriges.

Lebendiges Sydney. Eines der Wahrzeichen der Stadt und markantes und berühmtes Gebäude des 20. Jahrhunderts ist das „Sydney Opera House“ am „Port Jackson“. Als eines der größten Kulturzentren der Welt verzaubert es seine Besucher gleichermaßen mit Theateraufführungen, Konzerten, Opern und Tanzveranstaltungen. Schon der Architekt Louis Kahn sprach beim Anblick des Opernhauses so manchem aus der Seele: „Die Sonne wusste nicht wie wunderschön ihr Licht war, bis es von diesem Gebäude widergespiegelt wurde.“ Und von wo könnte man auf das Opernhaus von Sydney einen besseren Blick werfen, als von der ebenso berühmten und beliebten „Sydney Harbour Bridge“? Ebenso bei Nacht lassen sich hier atemberaubende Aufnahmen zur Verzierung des Kaminsimses knipsen, die zusätzlich Platz für die gesamte Skyline der Stadt bieten. Eine besonders attraktive Inszenierung von „Auster“ und „Kleiderbügel“ – so nennen die Australier Oper und Hafenbrücke zumeist – bietet das Kultur- und Lichtfestival „Vivid Sydney“, das alljährlich für drei Wochen im Mai und Juni die Stadt in einem völlig neuen Licht erstrahlen lässt. 1,5 Millionen Besucher lassen sich jedes Jahr von den besten Designern und Künstlern der Welt anlocken, die mit fesselnden Bildern das Opera House arrangieren, überwältigende Installationen auf die Harbour Bridge projizieren und mit interaktiven Lichtgestalten in der gesamten Innenstadt für Furore sorgen. Und als wäre das noch nicht genug, werden neben Augen die Ohren mit exzellenten Musikvorstellungen und unterhaltsamen Reden verwöhnt. Als atemberaubend kann aber vor allem die Lichtinstallation auf den Segeln des Sydney Opera House bezeichnet werden. Bei vergangenen Veranstaltungen des Vivid Sydney erschienen hier zur Musik von Brian Eno, Laurie Anderson und Co. Muster aus Schlangenhaut und Schmetterlingsgewändern sowie Impressionen aus dem Weltraum auf den weltberühmten weißen Keramikfliesen.

Einleitung Ayers Rock

Ayers Rock © winterofdiscontent

 

Sydney Opera House mit Harbour Bridge

Sydney Opera House mit Harbour Bridge © Hai Linh Truong

(So lebt die Welt in) Shanghai: Das stolze Haupt des großen Drachen Teil 2

Lilong und Longtang. Mais oui, sogar ein bisschen Frankreich ist in Shanghai vertreten. Im französischen Viertel „French Concession“ entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts imposante Häuser im Kolonialstil, die französische Mitbürger in Erinnerungen an ihre europäische Heimat schwelgen lassen sollten. Gleichermaßen Spielwiese für Architekten und Interior-Designer, findet sich hier eine explosive Mischung bemerkenswerter Gebäude aus Art déco, nüchternem Bauhausstil und funktionaler Moderne gepaart mit östlichen Gestaltungselementen. In diesem Bezirk stehen auch die für Shanghai charakteristischen Einfamilienhäuser, „Lilongs“ oder „Longtangs“ genannt, die noch bis 1940 in erster Linie für chinesische Mitarbeiter ausländischer Unternehmen errichtet wurden. Und auch heutzutage noch lebt ein Großteil der Chinesen hier. Die kleinen Lilongs und Longtangs bilden einen krassen Gegensatz zu den Hochhäusern und Wolkenkratzern im Hintergrund. „Brilliant City“, mit 50.000 Einwohnern die größte Hochhaussiedlung der Stadt, erhebt sich im Nordwesten Shanghais wie ein Wegweiser in Richtung Zukunft. Dem Ideal für zeitgemäßes, großstädtisches Wohnen nachempfunden werden dieser Tage in China etliche solcher Massensiedlungen aus dem Boden gestampft, nicht nur in Shanghai, sondern auch in Hangzhou und Wuxi. Im Vergleich zu den Kleinsthäusern, in denen unzählige chinesische Familien noch bis vor ein paar Jahren gelebt haben, bedeutet das Leben in Brilliant City vor allem eines: Komfort.

Schattenboxen im Yu Yang. Leben und arbeiten in Shanghai kann bisweilen sehr stressig sein. Den vielen Menschen und dem rasanten Tempo des Finanz- und Wirtschaftsbezirks möchte man da so manches Mal gerne entfliehen. Die Sehnsucht nach dem Gestern und der Entschleunigung wächst. Zuflucht und Ruhe finden sich in den vielen Parks und Gärten der Stadt, wo sich die Chinesen schon frühmorgens tummeln, um dort all den Aktivitäten nachzugehen, die sie zu Hause in ihren beengten Wohnungen nicht umsetzen können: Schattenboxen und Tangotanzen zu rhythmischen Klängen aus dem Kassettenrekorder gehören da noch zu den weniger ausgefallenen Beispielen. Shanghais bedeutendste klassisch-chinesische Sehenswürdigkeit ist der „Yu Yuan“, der „Garten der Zufriedenheit“. Zwischen Felsen und Wasser und beim Spiel von Unregelmäßigkeit und Symmetrie kann man hier dem Klang der Regentropfen auf den großen Bananenblättern lauschen – eigens angepflanzt in Hörweite von Wandelgängen oder Pavillons, sodass man selbst seinen Regenschirm nicht rauszuholen braucht. Wem das zu viel Geruhsamkeit ist, der tobt sich in einem der zahlreichen Kunstviertel aus, die aus den ehemaligen Industrievierteln entstanden sind und wo heute traditionelle Steinwohnhäuser als Kreativbauten in neuem Glanz erstrahlen. In alten Werkhallen eines Industriekomplexes ist das Kreativviertel „Bridge 8“ angesiedelt, dessen Aussehen einer modernen Mischung aus Kunstgalerien und Bürotürmen nachempfunden wurde. „1933 Old Millfun“ ist ein ganz neues Freizeitareal, dessen Hauptgebäude mit quadratischem Grundriss durch seine eindrucksvolle Fassadenstruktur besticht, wobei seine Innenkonstruktion aber rundförmig ist. Wo gegenwärtig Lobby, Weinkeller und Fotokulisse zu finden sind, befand sich noch vor 80 Jahren die größte Metzgerei im fernen Osten. Im In-Viertel „Xintiandi“ treffen sich dann zu späterer Stunde in den vielen Bars, Restaurants, Geschäften, Kneipen und Cafés vor allem junge Einheimische und Touristen, um die Großstadt einmal mehr Großstadt sein zu lassen – ein Ort als Inbegriff von Erholung und Unterhaltung.

Yu Yun Garten © David Almeida

Yu Yun Garten © David Almeida

Xintiandi by night © Thomas Abbuhl

Xintiandi by night © Thomas Abbuhl

(So lebt die Welt in) Shanghai: Das stolze Haupt des großen Drachen Teil 1

Tausend Meere, die in einem Becher fließen. Eine Gesamtlänge von 6380 km macht ihn nach dem Nil und dem Amazonas zum drittlängsten Fluss der Erde. Sein Quellgebiet liegt in der Qinghai-Tibet-Hochebene Chinas und erstreckt sich von dort aus westlich gen Osten in den inneren Teil des Landes. Dem „Jangtsekiang“ zu Füßen verweilt eine atemberaubende landschaftliche Idylle, die den Anschein erweckt, sie sei direkt einem Gemälde van Goghs entsprungen. An seinem Ober- und Mittellauf bis Yichang bahnt sich der Strom dann seinen Weg durch eine Vielzahl von Schluchten. Die bekanntesten sind die drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling – Namensgeber der „Drei-Schluchten“ und vor allem für ihren malerischen Charakter bekannt. Der Flusslauf des Jangtsekiang schlängelt sich in diesem Bereich über 193 km durch sagenumwobene, mythenreiche Tal- und Waldlandschaften, durchbrochen von senkrechten Felswänden und Sandbänken, die schon so manches chinesische Gedicht mit Leben füllten. Bereits im 11. Jahrhundert beschrieb „Su Dongpo“, Dichter der chinesischen Song-Dynastie, den schmalsten und strömungsreichsten Flussabschnitt der Schlucht als „Tausend Meere, die in einem Becher fließen“. An der Mündung des Jangtsekiang, der in der chinesischen Mythologie für den großen Drachen, also die Kraft und die Stärke Chinas steht, liegt schließlich Shanghai. Als „Drachenkopf am Jangtse“ symbolisiert es aufgrund seiner geographischen Lage und nicht zuletzt durch seine Wirtschaftskraft das Haupt des chinesischen Fabelwesens.

Pudong Skyline © Sam Gao

Pudong Skyline © Sam Gao

Aufholjagd am Huangpu. Shanghai, das auch als Perle des Ostens gilt, ist mit fast 24 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolen und Finanzgigant Chinas. So hat die Finanz- und Handelszone „Lujiazui“ im Stadtbezirk „Pudong“, direkt gegenüber der westlichen Uferpromenade „Bund“, an der östlichen Seite des Huangpu-Flusses ihren Platz gefunden. Den klassischen, teils aufwendigen Kolonialbauten am westlichen Flussufer stehen heute schwindelerregend aufragende Wolkenkratzer im Stil des Retro-Futurismus gegenüber – zwei Skylines, die verschiedener kaum sein könnten. Ruhmreiche Vergangenheit trifft auf verheißungsvolle Zukunft. Pudong ist, was man in Anbetracht der Vielzahl seiner Gebäude wohl kaum vermutet würde, ein sehr junger Stadtteil: Erst 1990 wurde mit dem Aufbau des bis dato dünn besiedelten Gebiets begonnen, aus dem seither die Wolkenkratzer wie Pilze aus dem Boden sprießen. Zu den berühmtesten Beispielen zählen in jedem Fall der „Jin Mao Tower“, das „Shanghai World Financial Center“ und der Fernsehturm „Oriental Pearl Tower“. Bei Einheimischen und Touristen vor allem wegen Aussparung in Höhe der obersten Stockwerke brachte dem Gebäude die scherzhafte Bezeichnung „Flaschenöffner“ ein, wodurch vielen sein eigentlicher Name verborgen bleiben dürfte. Noch im Bau befindet sich der „Shanghai-Tower“. Mit einer Höhe von 632 Metern überragt er das Bankenviertel bei weitem und geht als zweithöchstes Gebäude der Welt in die Geschichte ein. In Pudong macht Shanghai seinem Spitznamen „Kopf des Drachen“ alle Ehre: Wie Hörner ragen die Wolkenkratzer hier aus der Skyline und wie Feuer glüht nachts der Himmel über der pulsierenden Metropole.

The Bund © Fabio Achilli

The Bund © Fabio Achilli

Crane Hotel in Amsterdam – Designerlebnis mit GROHE

Haben Sie Lust, mal in einem Industriekran zu übernachten? Geht nicht? Geht doch – und zwar in Amsterdam! Das Faralda NDSM Crane Hotel ist ein alter Verladekran, der aufwändig umgebaut wurde und nun ein Designhotel beherbergt. Luxuriös ausgestattet, unter anderem mit GROHE Produkten, bieten die Suiten ein wirklich außergewöhnliches Hotelerlebnis.

Faralda NDSM Crane Hotel © Fotoburo Raphaël Drent

Faralda NDSM Crane Hotel © Fotoburo Raphaël Drent

Ein außergewöhnliches Stück Industriekultur, eine spektakuläre Aussicht, eine vor Kreativität strotzende Nachbarschaft: Das Faralda NDSM Crane Hotel in Amsterdam bietet ein unvergessliches Übernachtungserlebnis für alle, die es extravagant und exklusiv lieben. In der ehemaligen NDSM Schiffswerft steht der alte Verladekran, der seit Anfang des Jahres ein kleines Boutiquehotel beherbergt. Entwickelt hat das außergewöhnliche Projekt Edwin Kornmann Rudi. Er ließ über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Jahren den imposanten Industriekran zerlegen, rundum sanieren und als Designhotel umgebaut an seinen Platz auf dem Werftgelände bringen. Dem Immobilienentwickler zur Seite standen das Büro von IAA Architecten sowie der Innenarchitekt Edward van Vliet.

Faralda NDSM Crane Hotel © Fotoburo Raphaël Drent

Faralda NDSM Crane Hotel © Fotoburo Raphaël Drent

Sie verwandelten das alte Führerhaus durch Einziehen einer Zwischendecke in eine Suite mit Wohn- und Schlafbereich auf zwei Ebenen und bauten je einen Container darunter und darüber mit zwei Suiten nach dem gleichen Vorbild ein. Zwei Panoramalifte bringen die Gäste in eines der drei ganz unterschiedlichen Reiche, die in Zusammenarbeit mit professionellen Industriepartnern ausgestattet wurden. In den Badezimmern der Luxussuiten sorgen GROHE Armaturen und Brausen für einzigartige Duscherlebnisse über den Dächern der Stadt. Ein Highlight ist zum Beispiel die Badewanne mit Panoramablick im oberen Schlafbereich der Mystique Suite. Die freistehende Allure Wannenarmatur von GROHE mit schwenkbarem Auslauf und integrierter Sena Handbrause verleiht der Wellness-Zone einen edlen Spa-Charakter. Auch in der unteren Etage sorgen Produkte von GROHE für ein komfortables Baderlebnis. So bietet das Faralda NDSM Crane Hotel ein luxuriöses und ästhetisch gestaltetes Gesamterlebnis für alle, die das Außergewöhnliche suchen.

Faralda NDSM Crane Hotel © Fotoburo Raphaël Drent

Faralda NDSM Crane Hotel © Fotoburo Raphaël Drent

http://www.grohe.com/de

Apps zum Einrichten

Die gesamte Wohnung neu gestalten und dabei nur den kleinen Finger krümmen: Mit Apps zum Einrichten ist das möglich. Smartphones und Tablets machen unseren Alltag immer wieder spannend, indem sie zugleich informieren und unterhalten. Auch die vier Apps, die wir heute präsentieren, sind für diese Funktionen perfekt geeignet. Sie können einfach zum Zeitvertreib abgespielt werden, zeigen aktuelle Trends und helfen beim Einrichten.

Mit der App „Home Design 3D Gold“ wird es fast kinderleicht, eine Wohnung einzurichten. Im 2D-Modus kann ein Grundriss gezeichnet werden, in dem über 800 Möbelstücke arrangiert werden können. Im 3D-Modus lassen sich dann auch noch Wand und Boden frei gestalten. Wer unschlüssig ist, wie ein bestimmtes Design an der gesamten Wand aussehen würde, der kann ein Foto hochladen und es als Tapete testen. Um möglichst authentisch zu erfahren, wie es sich in der Wohnung lebt, kann man sie mit einem Kompass ausrichten und den Sonnenverlauf beobachten.

© Home Design 3D Gold

© Home Design 3D Gold

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Neue Sichtweisen – Interview mit Winy Maas

Winy Maas ist einer der Geschäftsführer des weltweit tätigen Architektur- und Stadtplanungsbüros MVRDV, das 1993 von Maas, Jacob van Rijs und Nathalie de Vries in Rotterdam gegründet wurde. Der besondere Entwurfsansatz von MVRDV schlägt sich in Gebäuden aller Art, stadtplanerischen Entwürfen und Visionen sowie Publikationen, Installationen und Ausstellungen nieder. Im Interview spricht Winy Maas über die Umgestaltung des ehemaligen Serp & Molot-Betriebsgeländes in Moskau und die Bedeutung der Entwicklung neuer Typologien.

Winy Maas © Boudewijn Bollmann

Winy Maas © Boudewijn Bollmann

Herr Maas, MVRDV hat den Wettbewerb für die Umgestaltung des ehemaligen Serp & MolotBetriebsgeländes in Moskau in ein neues Stadtviertel gewonnen. Wie würden Sie die Aufgabe und das Konzept beschreiben?

Eine innerstädtische Fläche von 58 Hektar in ein lebendiges Stadtviertel für 19.000 Einwohner und 16.000 Berufstätige zu verwandeln, ist eine Mammutaufgabe. Mit unserem Konzept wollten wir die Vergangenheit respektieren und haben uns daher gegen ein „tabula rasa“ entschieden. Der Siegerentwurf von MVRDV baut auf der aktuellen Beschaffenheit und Identität des Ortes auf. Durch die Übernahme der typischen Werksstraßen, -gebäude und -gegenstände als Startpunkte erhält das Stadtviertel eine zusätzliche Ebene. Historische Strukturen, wie etwa große Schornsteine und Rohre, bleiben erhalten. Andere Strukturen werden in neue Gebäude integriert. Große Fabrikhallen werden durch Häuserblocks ersetzt, die jedoch den Formen der alten Fabrik folgen und durch grüne Innenhöfe ergänzt werden. Durch die Untersegmentierung der Häuserblocks in kleinere Einheiten und durch eine unterschiedliche Gebäudedichte differenziert der Entwurf das Gelände noch weiter. Die Erdgeschosse sind für öffentliche Einrichtungen und den Einzelhandel reserviert. So entsteht ein lebendiger, grüner, komplexer und sehr dichter Stadtentwurf, der dem ursprünglichen Charakter des Ortes treu bleibt. Ein bestehender  Werkstransportring wird instand gesetzt und in einen Park integriert, der das dreidimensionale Rückgrat des neuen Viertels bilden wird. Dieser öffentliche, städtische Raum steht für Spiel- und Sportplätze, Freiluftmärkte sowie Pavillons zur Verfügung. Schulen und Tagespflegeeinrichtungen sind ebenfalls an diesen Parkring angeschlossen. Auf dem Transportring kann ein Skywalk eingerichtet werden, auf dem man zwischen den Baumwipfeln flanieren und das umgebende Viertel überblicken kann. weiterlesen…

(So lebt die Welt in) Istanbul: Erwachende Schönheit am Bosporus Teil II

Where Fashion meets Design. Istanbul in die Reihe der Fashion-Metropolen New York, Paris und Mailand einzugliedern und international ein Bewusstsein für seine Kreationen zu erzeugen, ist das gleichermaßen erklärte Ziel türkischer Designer, Organisationen und Labels. Zwei, die es schon geschafft haben und auf den Laufstegen dieser Welt für Furore sorgen, sind Hakan Yıldırım und Ümit Ünal. Doch da das Geschäft mit der Mode oft nur eine Eintagsfliege sein kann, darf starker und kreativer Nachwuchs nicht fehlen. Hier hat es sich der türkische Textil- und Bekleidungsverband „ITKIB“ auf die Fahne geschrieben, junge Talente gezielt zu fördern, auf die Fashionwelt vorzubereiten und Brücken zu schlagen zu anderen Koryphäen seiner Branche. So entstanden schon Zusammenarbeiten zwischen dem Glamour-Label „Vakko“ und New Yorks Ausnahme-Designer Zac Posen, sowie „Tween“, einer Modelinie für junge Leute, und David Bradshaw. Doch auch Istanbuls Möbel-Designer brauchen sich nicht hinter ihren Entwürfen zu verstecken. Während das Studio des Architekten-Duos „autoban“ schon mehrmals internationale Design-Preise entgegennehmen durfte, stehen Vater Aziz und Sohn Derin Sarıyer von „Derin Design“ in nichts nach. Sie waren es, die mit ihrem futuristischen, aber schlichten Möbel-Konzept den coolen Hotspot „360 Istanbul“ ausgestattet haben. Und die Inneneinrichtung des In-Restaurants „Müzedechanga“ stammt direkt aus der spritzig-lässigen Feder der Architektin Seyhan Özdemir und des Innenarchitekten Sefer Cağlar von „autoban“. Basis für die erfolgreiche Arbeit des Architektenteams ist sein unumstößlicher Grundsatz, dass Design immer ein emotionales Element braucht, damit es gestalterische Kraft freisetzen kann. Diese Überzeugung wird nicht zuletzt dadurch in die Tat umgesetzt, dass sich in den Entwürfen von Seyhan Özdemir und Sefer Cağlar regionale Werkstoffe, einheimische Symbolik und türkische Handwerkskunst wiederfinden lassen. Weitere Inspiration holen sie sich aus der Natur und dem Alltag, die ihnen dabei helfen, ihren Objekten ein Eigenleben einzuhauchen.

Autoban

Spider Lamp von autoban (picture by smwright)

Istanbul? Istancool! Karaköy, nur einen Katzensprung vom Goldenen Horn entfernt, ist Istanbuls derzeit angesagtestes Stadtviertel. War es in längst vergessenen Zeiten noch ein blühender Hafen, wurden im eher schwierigeren 20. Jahrhundert prächtige, kommerzielle Gebäude in Werkstätten umgewandelt. Erst die Eröffnung der „Istanbul Modern Art Gallery“ in 2004 trat eine Welle der Renaissance los, die in den letzten Jahren mehr und mehr an Dynamik gewonnen hat. Heute findet man hier Baumärkte, Seite an Seite mit Restaurants, Boutiquen und Galerien – die Schaffung eines dynamischen Mix aus urbaner Grobheit und elegantem Flair. Genau an derselben Stelle haben im Jahr 2009 – man könnte sie fast schon Power-Pärchen nennen – Demet Müftüoğlu-Eşeli und Alphan Eşeli „Istanbul ’74“ gegründet, eine blühende, internationale Kunst- und Kulturplattform. Mit Sitz der Kunst-Galerie und des Büros in Karaköy, organisiert und veranstaltet „Istanbul ’74“ regelmäßig Weltklasse-Ausstellungen, Workshops und Festivals. Ein ganz besonders spannendes Beispiel bietet hier „Istancool“, das Istanbul International Festival of Culture, das seit 2010 jeden Mai mit einem abwechslungsreichen, bunten Kulturprogramm und namhaften Besuch in die türkische Metropole lockt. So tummelten sich unter den mitwirkenden Kulturschaffenden schon prominente Gäste wie Gore Vidal, Tilda Swinton und Zaha Hadid. Intention des Festivals ist es, Literatur, Musik, Kunst, Film und Mode zu verbinden und türkische sowie renommierte internationale Kulturschaffende und Künstler an einen Tisch zu bringen.

Starkes Gemeinschaftsgefühl

Randa Tukan, Director of Hospitality beim internationalen Architekturbüro HOK, spricht im Interview über Design-Konzepte in der arabischen Welt und Nachhaltigkeit als dauerhaftes Ziel.

Frau Tukan, HOK hat für den arabischen Raum bereits eine große Bandbreite an Projekten gestaltet. Der Masterplan für die Weltausstellung Expo 2020 in Dubai entstand unter der Federführung Ihres Büros, und die von Ihnen konzipierte Marina Mall befindet sich derzeit im Bau. Wie unterscheiden sich Lebens- und Architekturkonzepte im arabischen Raum von denen in den USA?

Besonders auffallend in der arabischen Kultur ist das starke Gemeinschaftsgefühl: Zwischenmenschliche Beziehungen nehmen eine zentrale Stellung ein. Soziale Interaktionen sind der Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens. Demgegenüber steht in den USA ein kultureller Trend zu einem individualisierten, isolierten Leben. Diese gesellschaftlichen Trends spiegeln sich auch in der Architektur wider. Viele Einkaufszentren in Nordamerika werden von Online-Shopping und Einkaufsstraßen im Stadtzentrum abgelöst. Im Nahen Osten dagegen erleben Einkaufszentren eine rasante Entwicklung, weil sie nach wie vor Orte für eine interaktive Gemeinschaft mit Unterhaltungsangeboten und Veranstaltungen sind – sie bieten alles von Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Unterhaltung bis hin zu Gesundheitsdienstleistungen, Freizeitangeboten oder Möglichkeiten zum Gebet. Diese von den traditionellen Suqs inspirierten Bürgerzentren stehen seit Jahrhunderten im kulturellen Mittelpunkt des Nahen Ostens.

Marina Mall, Doha, Qatar, in design © HOK

Marina Mall, Doha, Qatar, in design © HOK

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