imm cologne

Wohnen. Einrichten. Leben.

19. - 25.01.2015

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Bereichernder Dialog

Sergei Tchoban, Foto: Copyright Philipp Meuser

Sergei Tchoban, Foto: Copyright Philipp Meuser

Sergei Tchoban, 1962 in Leningrad geboren, ist geschäftsführender Gesellschafter des Büros nps tchoban voss, das mit mehreren Niederlassungen in Deutschland Städtebau und Architektur insbesondere in Deutschland, Russland und der GUS betreibt. Er ist zudem Gründungspartner des Büros SPEECH in Moskau sowie des Berliner Studios ST Design, das sich Wohnarchitektur, Interior- und Produktdesign widmet. Im Interview spricht Sergei Tchoban über Architektur in Russland, Kontinuität und Brüche und seine Faszination für Architekturzeichnungen.

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Kreatives Miteinander: Grohe bei SoundCloud in Berlin

SoundCloud Zentrale in Berlin, Architektur: KINZO © Werner Huthmacher

SoundCloud Zentrale in Berlin, Architektur: KINZO © Werner Huthmacher

Eine Arbeitslandschaft für kreativen und produktiven Austausch hat das Architekturbüro KINZO für SoundCloud in Berlin geschaffen. Im neuen Hauptquartier des Online-Musikanbieters können sich die Mitarbeiter in einer anregenden Atmosphäre ihren Aufgaben widmen, miteinander vernetzen und immer wieder neue Wege finden, um ihre Fantasie zu stimulieren. Analoge und digitale Arbeitswelt wurden geschickt miteinander verwoben, um ein identitätsstiftendes Umfeld zu entwickeln.

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(So lebt die Welt in) Stockholm: Wo Karlsson einst auf dem Dach wohnte

Hej, Stockholm! Durch ein Fleckenmeer aus unzähligen Inseln, Schären und Felsen führt der Weg der Fähr- und Kreuzfahrtschiffe über die „Schärengärten“ Stockholms gen Osten in die schwedische Hauptstadt. Auf einer Strecke von 80 km ragen diese flachen, abgerundeten Gebilde mal größer, mal kleiner aus den Fluten heraus. Während die kleinen Schären zur Freude von Seehunden und Kajakfahrern nur mit Büschen und Bäumen bewachsen sind, steht auf den größeren Inseln gar das ein oder andere schwedenrote Bullerbü-Haus. Am Rande von „Kungsholmen“ dann, dort wo sich die Süßwasserfluten des „Mälaren“ aufbäumen und ins salzige Wasser der Ostsee preschen, ist zwischen taumelnden Jollen und betagten Holzkähnen der beste Ort zum Innehalten: Hej, Stockholm!

Grönskär © Arild

Grönskär © Arild

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Unterschied und Vielfalt

Ein Interview mit Peter Tonkin und Tim Greer vom Architekturbüro Tonkin Zulaikha Greer (TZG) in Sydney über Kultur, Urbanität, Tradition und die Zukunft.

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TZG: Virgin Lounge Melbourne, Melbourne Airport, 2012 Copyright: TZG

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Das Haus – Interiors on Stage

Eine Momentaufnahme innovativen Wohnens

„Das Haus – Interiors on Stage“ ist die Simulation eines Wohnhauses auf der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne. Die Messe errichtet dafür inmitten der Halle Pure Village eine rund 240 mgroße, offene Bühne. Aufbau und Ausstattung erfolgen nach den Plänen eines jedes Jahr neu von der imm cologne nominierten Designers. Als Guest of Honour bestimmt er/sie sowohl die architektonischen Elemente als auch die Ausstattung von Innenraum und Outdoor-Fläche. weiterlesen…

Jedes Projekt ist einzigartig und erzählt seine eigene Geschichte

Ein Interview mit Jeffrey Kovel von Skylab Architecture in Portland, Oregon, über sich wandelnde Lifestyles in den USA und das richtige Maß zwischen Massenproduktion und Individualität.

Skylab Architecture: Hoke Residence, Portland, Oregon, 2007 + 2012 Copyright: Courtesy of Boone Speed

Skylab Architecture: Hoke Residence, Portland, Oregon, 2007 + 2012
Copyright: Courtesy of Boone Speed

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Hunger nach Innovation

Ein Interview mit H. Koon Wee, Eunice Seng und Darren Zhou von SKEW Collaborative, Shanghai und Hongkong, über Leben und Architektur in China.

SKEW Collaborative: Chinese Academy of Sciences IOT Center and Labs, Shanghai, 2013 Copyright: Alvaro Quintanilla

SKEW Collaborative: Chinese Academy of Sciences IOT Center and Labs, Shanghai, 2013
Copyright: Alvaro Quintanilla

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(So lebt die Welt in) Sydney: Australiens heimliche Hauptstadt

Fernweh in einer neuen Dimension. Down Under, Koalabär, rote Erde, Backpacker, Didgeridoo, Ayers Rock und Känguru – die wohl typischsten Assoziationen, wenn man in Gedanken an Australien schwelgt. Es ist kaum verwunderlich, dass der kleine Kontinent am anderen Ende der Welt auch immer mehr Besucher aus europäischen Gefilden in seinen Bann zieht. Australien ist eine echte Verführerin: Es ruft mit seiner einzigartigen Flora und Fauna, ködert mit einem der sieben Weltwunder der Natur („Great Barrier Reef“), verspricht endlose Weiten im Outback und glänzt mit Küstenmetropolen wie Sydney und Melbourne. Doch Australien kann noch mehr: Es lockt mit seinen Persönlichkeiten und kulturellen Eigenheiten, vom aufgeschlossenen, warmherzigen Australier bis zur Urbevölkerung, den sagenumwobenen Aborigines. Da bekommt das Wort „Fernweh“ gleich eine ganz neue Bedeutung. Wenn man eine Reise nach „Down Under“ wagt, ist Sydney in jedem Fall ein Muss. Als größte Stadt auf dem kleinsten Kontinent der Welt scheut es auch den internationalen Vergleich nicht. Cool bleiben gehört in Sydney eben dazu. Die „No-worries-Mentalität“ entlang der „Great Ocean Road“ und die zahlreichen Sonnenstunden am „Bondi Beach“ sorgen für wahre Begeisterungsstürme unter denjenigen, die auf der Suche nach dem endlosen Sommer sind. Eine unverbesserliche Leidenschaft der Surferstadt für „La Dolce Vita“ tut mit Sicherheit ihr übriges.

Lebendiges Sydney. Eines der Wahrzeichen der Stadt und markantes und berühmtes Gebäude des 20. Jahrhunderts ist das „Sydney Opera House“ am „Port Jackson“. Als eines der größten Kulturzentren der Welt verzaubert es seine Besucher gleichermaßen mit Theateraufführungen, Konzerten, Opern und Tanzveranstaltungen. Schon der Architekt Louis Kahn sprach beim Anblick des Opernhauses so manchem aus der Seele: „Die Sonne wusste nicht wie wunderschön ihr Licht war, bis es von diesem Gebäude widergespiegelt wurde.“ Und von wo könnte man auf das Opernhaus von Sydney einen besseren Blick werfen, als von der ebenso berühmten und beliebten „Sydney Harbour Bridge“? Ebenso bei Nacht lassen sich hier atemberaubende Aufnahmen zur Verzierung des Kaminsimses knipsen, die zusätzlich Platz für die gesamte Skyline der Stadt bieten. Eine besonders attraktive Inszenierung von „Auster“ und „Kleiderbügel“ – so nennen die Australier Oper und Hafenbrücke zumeist – bietet das Kultur- und Lichtfestival „Vivid Sydney“, das alljährlich für drei Wochen im Mai und Juni die Stadt in einem völlig neuen Licht erstrahlen lässt. 1,5 Millionen Besucher lassen sich jedes Jahr von den besten Designern und Künstlern der Welt anlocken, die mit fesselnden Bildern das Opera House arrangieren, überwältigende Installationen auf die Harbour Bridge projizieren und mit interaktiven Lichtgestalten in der gesamten Innenstadt für Furore sorgen. Und als wäre das noch nicht genug, werden neben Augen die Ohren mit exzellenten Musikvorstellungen und unterhaltsamen Reden verwöhnt. Als atemberaubend kann aber vor allem die Lichtinstallation auf den Segeln des Sydney Opera House bezeichnet werden. Bei vergangenen Veranstaltungen des Vivid Sydney erschienen hier zur Musik von Brian Eno, Laurie Anderson und Co. Muster aus Schlangenhaut und Schmetterlingsgewändern sowie Impressionen aus dem Weltraum auf den weltberühmten weißen Keramikfliesen.

Einleitung Ayers Rock

Ayers Rock © winterofdiscontent

Sydney Opera House mit Harbour Bridge

Sydney Opera House mit Harbour Bridge © Hai Linh Truong

Outdoor-Kultur und moderne Fantasie. Als Knotenpunkt für Australiens Design- und Medienszene begeistert Sydney durch seinen unverwechselbaren, einzigartigen Mix aus Outdoor-Kultur und modernerFantasie. So gesellten sich in den letzten Jahren zum traditionellen Surf- und Outdoor-Lifestyle exklusive Boutique-Stores und kesse Labels, die heute als extravagante Mischung in einer Art Symbiose friedlich nebeneinander koexistieren. Das lebhafte „Surry Hills“ im inneren Süden Sydneys ist eines der coolsten Viertel überhaupt und gilt als das Mekka für Kunst, Design und Mode. Es macht außerdem als echter Geheimtipp für Restaurant- und Weinliebhaber von sich Reden. Mit zu Galerien umfunktionierten Fabrikhallen und imposanten Glasfassaden scheinen die Dinge hier einer Art chaotischen Logik zu folgen, die wohl nur die Bewohner des Stadtteils selbst wirklich verstehen. Fest steht mit Sicherheit eines: Alles wirkt irgendwie beeindruckend – chic, aber dennoch mit einem vorlauten Charme. Im benachbarten „Redfern“ lebt die größte indigene Bevölkerungsgruppe Sydneys. Dieses Viertel ist besonders in kultureller Hinsicht von Bedeutung, machen dort restaurierte Wandmalereien auf Redferns Ursprung aufmerksam und lassen seine indigenen Bewohner die Geschäfte und Cafés sichtlich aufblühen. Ein sanftes Gemenge aus brüchigen Fassaden und der originellen Bewahrung der Gemeindekultur trägt viel zu seiner Funktion als kulturell wertvollem Stadtteil bei. Unähnlich Surry Hills ist das Markenzeichen von Redfern eher eine gefühlvolle Imperfektion.

Wo der Pacific Style zuhause ist. Kess sind auch die eleganten, viktorianischen Reihenhäuser, die insbesondere das Erscheinungsbild der beiden Bohème-Viertel „Paddington“ und „Darlinghurst“ prägen. Sie zeichnen sich aus durch ihre schlauchartige Form mit langen Fluren und außergewöhnlicher Zimmeraufteilung. Oftmals nur an die fünf Meter breit, dafür aber 20 Meter lang, gehören in den um 1800 entstandenen Häuschen in den meisten Fällen Küchen und sanitäre Anlagen nicht zum eigentlichen Grundriss des Hauses. Also wurden diese oftmals erst nachträglich hinzugefügt, weshalb man teilweise sogar das Haus verlassen muss, um zur Toilette zu gelangen. Da erscheint es fast schon wunderlich, dass die sogenannten „Terrace houses“ so sehr begehrt sind, dass man für ihren Erwerb schon mal eine Million Dollar in die Hand nehmen muss. Der Outdoor-Lifestyle spiegelt sich auch im Wohn- und Lebensumfeld der „Sydneysider“ wieder. Im Interior-Bereich wird deutlich, welch allgegenwärtige Rolle die Outdoor-Kultur und der Freiheitsdrang im Leben der Australier spielen – architektonische Freiheit steht hier auch für geistige Freiheit. So ist das typische Haus in Sydney „open plan“: In gemeinsamen Bereichen wie Küche, Wohn- und Esszimmer sind Wände eher ungern gesehen und Wohnbereiche lassen sich zumeist zum Garten oder Pool hin komplett öffnen, sodass drinnen und draußen im Sommer miteinander verschmelzen und zu einer einzigen Freifläche werden. Sydney ist zu einem echten Hot Spot für Architektur-Liebende geworden. Architektur-Magazine schwärmen immer öfter vom sogenannten „Pacific Style“ – hier ist er zuhause.

(So lebt die Welt in) Shanghai: Das stolze Haupt des großen Drachen Teil 2

Lilong und Longtang. Mais oui, sogar ein bisschen Frankreich ist in Shanghai vertreten. Im französischen Viertel „French Concession“ entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts imposante Häuser im Kolonialstil, die französische Mitbürger in Erinnerungen an ihre europäische Heimat schwelgen lassen sollten. Gleichermaßen Spielwiese für Architekten und Interior-Designer, findet sich hier eine explosive Mischung bemerkenswerter Gebäude aus Art déco, nüchternem Bauhausstil und funktionaler Moderne gepaart mit östlichen Gestaltungselementen. In diesem Bezirk stehen auch die für Shanghai charakteristischen Einfamilienhäuser, „Lilongs“ oder „Longtangs“ genannt, die noch bis 1940 in erster Linie für chinesische Mitarbeiter ausländischer Unternehmen errichtet wurden. Und auch heutzutage noch lebt ein Großteil der Chinesen hier. Die kleinen Lilongs und Longtangs bilden einen krassen Gegensatz zu den Hochhäusern und Wolkenkratzern im Hintergrund. „Brilliant City“, mit 50.000 Einwohnern die größte Hochhaussiedlung der Stadt, erhebt sich im Nordwesten Shanghais wie ein Wegweiser in Richtung Zukunft. Dem Ideal für zeitgemäßes, großstädtisches Wohnen nachempfunden werden dieser Tage in China etliche solcher Massensiedlungen aus dem Boden gestampft, nicht nur in Shanghai, sondern auch in Hangzhou und Wuxi. Im Vergleich zu den Kleinsthäusern, in denen unzählige chinesische Familien noch bis vor ein paar Jahren gelebt haben, bedeutet das Leben in Brilliant City vor allem eines: Komfort.

Schattenboxen im Yu Yang. Leben und arbeiten in Shanghai kann bisweilen sehr stressig sein. Den vielen Menschen und dem rasanten Tempo des Finanz- und Wirtschaftsbezirks möchte man da so manches Mal gerne entfliehen. Die Sehnsucht nach dem Gestern und der Entschleunigung wächst. Zuflucht und Ruhe finden sich in den vielen Parks und Gärten der Stadt, wo sich die Chinesen schon frühmorgens tummeln, um dort all den Aktivitäten nachzugehen, die sie zu Hause in ihren beengten Wohnungen nicht umsetzen können: Schattenboxen und Tangotanzen zu rhythmischen Klängen aus dem Kassettenrekorder gehören da noch zu den weniger ausgefallenen Beispielen. Shanghais bedeutendste klassisch-chinesische Sehenswürdigkeit ist der „Yu Yuan“, der „Garten der Zufriedenheit“. Zwischen Felsen und Wasser und beim Spiel von Unregelmäßigkeit und Symmetrie kann man hier dem Klang der Regentropfen auf den großen Bananenblättern lauschen – eigens angepflanzt in Hörweite von Wandelgängen oder Pavillons, sodass man selbst seinen Regenschirm nicht rauszuholen braucht. Wem das zu viel Geruhsamkeit ist, der tobt sich in einem der zahlreichen Kunstviertel aus, die aus den ehemaligen Industrievierteln entstanden sind und wo heute traditionelle Steinwohnhäuser als Kreativbauten in neuem Glanz erstrahlen. In alten Werkhallen eines Industriekomplexes ist das Kreativviertel „Bridge 8“ angesiedelt, dessen Aussehen einer modernen Mischung aus Kunstgalerien und Bürotürmen nachempfunden wurde. „1933 Old Millfun“ ist ein ganz neues Freizeitareal, dessen Hauptgebäude mit quadratischem Grundriss durch seine eindrucksvolle Fassadenstruktur besticht, wobei seine Innenkonstruktion aber rundförmig ist. Wo gegenwärtig Lobby, Weinkeller und Fotokulisse zu finden sind, befand sich noch vor 80 Jahren die größte Metzgerei im fernen Osten. Im In-Viertel „Xintiandi“ treffen sich dann zu späterer Stunde in den vielen Bars, Restaurants, Geschäften, Kneipen und Cafés vor allem junge Einheimische und Touristen, um die Großstadt einmal mehr Großstadt sein zu lassen – ein Ort als Inbegriff von Erholung und Unterhaltung.

Yu Yun Garten © David Almeida

Yu Yun Garten © David Almeida

Xintiandi by night © Thomas Abbuhl

Xintiandi by night © Thomas Abbuhl

(So lebt die Welt in) Shanghai: Das stolze Haupt des großen Drachen Teil 1

Tausend Meere, die in einem Becher fließen. Eine Gesamtlänge von 6380 km macht ihn nach dem Nil und dem Amazonas zum drittlängsten Fluss der Erde. Sein Quellgebiet liegt in der Qinghai-Tibet-Hochebene Chinas und erstreckt sich von dort aus westlich gen Osten in den inneren Teil des Landes. Dem „Jangtsekiang“ zu Füßen verweilt eine atemberaubende landschaftliche Idylle, die den Anschein erweckt, sie sei direkt einem Gemälde van Goghs entsprungen. An seinem Ober- und Mittellauf bis Yichang bahnt sich der Strom dann seinen Weg durch eine Vielzahl von Schluchten. Die bekanntesten sind die drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling – Namensgeber der „Drei-Schluchten“ und vor allem für ihren malerischen Charakter bekannt. Der Flusslauf des Jangtsekiang schlängelt sich in diesem Bereich über 193 km durch sagenumwobene, mythenreiche Tal- und Waldlandschaften, durchbrochen von senkrechten Felswänden und Sandbänken, die schon so manches chinesische Gedicht mit Leben füllten. Bereits im 11. Jahrhundert beschrieb „Su Dongpo“, Dichter der chinesischen Song-Dynastie, den schmalsten und strömungsreichsten Flussabschnitt der Schlucht als „Tausend Meere, die in einem Becher fließen“. An der Mündung des Jangtsekiang, der in der chinesischen Mythologie für den großen Drachen, also die Kraft und die Stärke Chinas steht, liegt schließlich Shanghai. Als „Drachenkopf am Jangtse“ symbolisiert es aufgrund seiner geographischen Lage und nicht zuletzt durch seine Wirtschaftskraft das Haupt des chinesischen Fabelwesens.

Pudong Skyline © Sam Gao

Pudong Skyline © Sam Gao

Aufholjagd am Huangpu. Shanghai, das auch als Perle des Ostens gilt, ist mit fast 24 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolen und Finanzgigant Chinas. So hat die Finanz- und Handelszone „Lujiazui“ im Stadtbezirk „Pudong“, direkt gegenüber der westlichen Uferpromenade „Bund“, an der östlichen Seite des Huangpu-Flusses ihren Platz gefunden. Den klassischen, teils aufwendigen Kolonialbauten am westlichen Flussufer stehen heute schwindelerregend aufragende Wolkenkratzer im Stil des Retro-Futurismus gegenüber – zwei Skylines, die verschiedener kaum sein könnten. Ruhmreiche Vergangenheit trifft auf verheißungsvolle Zukunft. Pudong ist, was man in Anbetracht der Vielzahl seiner Gebäude wohl kaum vermutet würde, ein sehr junger Stadtteil: Erst 1990 wurde mit dem Aufbau des bis dato dünn besiedelten Gebiets begonnen, aus dem seither die Wolkenkratzer wie Pilze aus dem Boden sprießen. Zu den berühmtesten Beispielen zählen in jedem Fall der „Jin Mao Tower“, das „Shanghai World Financial Center“ und der Fernsehturm „Oriental Pearl Tower“. Bei Einheimischen und Touristen vor allem wegen Aussparung in Höhe der obersten Stockwerke brachte dem Gebäude die scherzhafte Bezeichnung „Flaschenöffner“ ein, wodurch vielen sein eigentlicher Name verborgen bleiben dürfte. Noch im Bau befindet sich der „Shanghai-Tower“. Mit einer Höhe von 632 Metern überragt er das Bankenviertel bei weitem und geht als zweithöchstes Gebäude der Welt in die Geschichte ein. In Pudong macht Shanghai seinem Spitznamen „Kopf des Drachen“ alle Ehre: Wie Hörner ragen die Wolkenkratzer hier aus der Skyline und wie Feuer glüht nachts der Himmel über der pulsierenden Metropole.

The Bund © Fabio Achilli

The Bund © Fabio Achilli

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