Nils Holger Moormann ist neuerdings nicht nur Designer und Möbelhersteller, sondern auch noch Herbergsvater. In Aschau im Chiemgau hat er ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das zuerst als Bäckerei, dann als russisches Restaurant und zuletzt als Schülerferienheim fungierte, in eine Herberge der Moormann’schen Art umgebaut.
„berge“ nennt er sein Projekt, das aus 13 individuell gestalteten Apartments besteht und sich als außergewöhnlicher Treffpunkt etablieren soll. „Wer die Berge liebt, akzeptiert auch, dass sie die Bedingungen stellen.“ Diese Weisheit des französischen Bergsteigers Jean-Christophe Lafaille dient Nils Holger Moormann nicht umsonst als Motto für seine berge.
Denn wer sich auf die Moormann-Herberge im oberbayerischen Aschau einlässt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch hier besondere Bedingungen herrschen: „In berge gibt es keine Rezeption. Sie werden Ihren Weg schon finden!“, „In berge gibt es kein WLAN. Dafür müssen Sie keinem erzählen, wie gut es Ihnen geht!“ oder „berge bietet keinen Wellnessbereich. Dafür sehr kleine, urige Bäder.“
Über Eigenarten wie diese informiert ein 17 Punkte umfassender Regelkatalog – natürlich auf Moormann-typische humorvolle Art. Im Grunde ist berge ein Gegenentwurf zu dem, was man heutzutage unter einem Designhotel versteht. „Der Name ist eine Anspielung auf den Begriff Herberge und beschreibt genau das, was ich mir hier vorstelle: einen Ort, der wie eine Herberge sehr funktional ist und nichts mit Luxus zu tun hat, dafür aber mit Begegnungen interessanter Leute.“
Im Magazin visions erzählt Moormann, warum der Topdesigner sich für Bettwäsche von der Schwäbischen Alb, gegen diese oder jene Teller und für Eames-Plastikstühle von Vitra entschieden hat.
