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19. - 25.01.2015

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Kürzung der Förderung kleiner Solaranlagen: das Plus-Energie-Haus sorgt für Solarstrom zum lukrativen Eigenverbrauch

Photovoltaik-Module auf dem Dach sind ein wichtiger Baustein für die Stromversorgung eines Plus-Energie-Hauses. (Foto: BDF/Fingerhaus/Sebastian Bahr)

Photovoltaik-Module auf dem Dach sind ein wichtiger Baustein für die Stromversorgung eines Plus-Energie-Hauses. (Foto: BDF/Fingerhaus/Sebastian Bahr)

Die Bundesregierung senkt die Förderung von Solaranlagen. Für angehende Bauherren lohnt es sich trotzdem, unabhängiger von immer weiter steigenden Strom-, Gas- und Ölpreisen zu werden. Die Zauberformel heißt „Eigenstromverbrauch“. Eine Solaranlage auf dem Dach ist für viele Hauseigentümer eine willkommene Einnahmequelle. Sie können den aus Sonnenenergie erzeugten Strom mit hohem Gewinn verkaufen und im Gegenzug günstigeren Strom vom Energieversorger beziehen. Vom 9. März 2012 an ist das nicht mehr ganz so lukrativ, denn die Bundesregierung will die Förderung für kleine Solaranlagen um 20 Prozent kürzen. Hinzu kommt: Nur noch 85 Prozent des erzeugten Stroms werden zu garantierten Preisen abgenommen.

Die Hauseigentümer von morgen sollten also möglichst viel selbst erzeugten Solarstrom im eigenen Haushalt verwenden, etwa für den Betrieb von Waschmaschinen oder Geschirrspülern, oder für die „Tankfüllung“ eines Elektrofahrzeugs. Für diesen Eigenverbrauch von Strom ist entscheidend, wie hoch die Ersparnis gegenüber dem Stromtarif der Energieversorger ausfällt. Und diese Differenz vergrößert sich seit Jahren: Der durchschnittliche Brutto-Strompreis für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 KWh ist seit dem Jahr 2000 von knapp 14 Cent/KWh auf rund 25 Cent/KWh im Jahr 2011 gestiegen.

„Je teurer der Strom wird, desto mehr lohnt sich der Eigenverbrauch selbst erzeugter Energie. Plus-Energie-Häuser in Fertigbauweise sind auf den zukünftigen Trend zu weitgehend energieautarkem Wohnen schon heute eingestellt“, rät der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Dirk-Uwe Klaas. Solche Häuser weisen laut Definition des Bundesbauministeriums eine positive Endenergiebilanz auf, das heißt, sie erzeugen mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen, als ihre Bewohner verbrauchen.

Der benötigte Haushaltsstrom wird in dieser Rechnung mit 2.500 Kilowattstunden pro Jahr angesetzt. Auch die Heizwärme wird über den grünen Strom abgedeckt, denn hierfür werden in der Regel ebenfalls strombasierte Systeme wie Wärmepumpen und Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung eingesetzt. Für einen dauerhaft geringen Wärmebedarf sorgt die energetisch optimierte Gebäudehülle in Holzbauweise. „Nicht erst die Kürzung der Solarzuschüsse zeigt, dass die beim Hausbau zuerst auf die Energieeinsparung geachtet werden sollte, erst danach auf die Energieerzeugung“, so Dirk-Uwe Klaas.

Technisch sinnvoll lässt sich bei Einfamilienhäusern heute ein Energieüberschuss von 10 bis 30 Prozent realisieren. Schwachpunkt einer autarken, also völlig netzunabhängigen Versorgung mit Strom, ist gegenwärtig noch eine ausreichend leistungsfähige Speichertechnik, denn die Sonne liefert nicht immer gleich viel Strom. Doch auch daran wird gearbeitet: Mehrere Anbieter von Plus-Energie-Häusern bieten bereits Speichersysteme zur Erhöhung des Eigenstromverbrauchs an.