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13. – 19.01.2014

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Interlübke veröffentlicht Meinungsforschungsstudie: So wohnen die Deutschen 2012

Werner Aisslinger, Klaus-Peter Schöppner und Leo Lübke in Köln. (Foto: Koelnmesse)

„Wir leben schon!“ könnte der Titel der aktuellen Emnid-Studie von interlübke auch heißen. Leo Lübke, Geschäftsführender Gesellschafter des renommierten Herstellers hochwertiger Möbel made in Germany, kann sich in seiner Geschäftsphilosophie bestätigt fühlen – vor allem in den Fragen zum Lebensmittelpunkt Wohnzimmer, zu Qualität, Design und Funktionalität der Möbel, aber auch zum Vertriebssystem.

Die aus Anlass des 75. Jubiläums von interlübke in Auftrag gegebene repräsentative Meinungsforschungsstudie „Deutschland privat – So wohnen und leben die Deutschen 2012“ ergab, dass die Deutschen gerne hochwertig und hell wohnen und sich – außer durch ihren Partner – durch Prospekte und eine persönliche Verkaufsberatung im Möbelhaus am besten beraten fühlen. Zudem schätzen sie langlebige Möbel und verändern sich nicht allzu gerne.

Nun ist es amtlich: Nicht etwa das Auto, sondern die Wohnung ist des Deutschen liebstes Kind. Laut der aktuellen, durch das renommierte Emnid-Institut durchgeführten Telefonumfrage ist uns hierzulande eine gute Wohnung (68%) sogar noch wichtiger als Freizeit (58%); erst danach sind uns Auto (37%), Urlaub (33%), Computer und Internet (26%) oder Kleidung (23%) noch „sehr wichtig“. Damit scheint die Wohnung für 73% der Frauen und 64% der Männer der wichtigste Lebensbereich zu sein.

Von diesem deutlichen Bekenntnis zeigte sich sogar Klaus-Peter Schöppner, Leiter der mit der Studie beauftragten TNS Emnid, überrascht. Auf den zweiten Blick passe das Ergebnis jedoch zu der ausgeprägten Wertschätzung einer qualitativ hochwertigen Inneneinrichtung („sehr wichtig“: 29%; „eher wichtig: 54%) und der starken Identifikation der Deutschen mit ihrem Heim. Denn die Wohnung ist für fast alle (95%) Ausdruck des eigenen Geschmacks. Tatsächlich mochten sich nur 4% der Befragten dazu bekennen, dass sie sich bei der Wohnungseinrichtung eher an aktuellen Modetrends orientieren. „So wohne ich, so bin ich“, interpretiert der erfahrene Meinungsforscher das Ergebnis. Als Handlungsempfehlung weist Schöppner auf das im Vergleich zu anderen Branchen schwache Markenbewusstsein beim Möbelkauf hin. Als Entscheidungskriterien steht Funktionalität gefolgt von Langlebigkeit an erster Stelle, dann erst folgen Preis und Design, die Marke spielt dagegen eine untergeordnete Rolle. Dies scheint Leo Lübke aber wenig zu stören – der Kunde sehe das Produkt nicht als Markenprodukt an, sondern als „sein“ Produkt. „Wir sehen uns als Systemhersteller, als Lieferant von Baukästen, mit denen der Kunde seine ganz persönlichen Wünsche realisieren kann“, so der interlübke-Standpunkt.

Die Meinungsforschungsstudie ist vor allem deshalb so interessant, weil sie Entwicklungen nachvollziehbar macht. Die steht in der Tradition der großen Wohnstudien des Soziologen Alphons Silbermann (1961/1989), verfolgt aber einen neuen Ansatz. Befragt wurden 1.000 Personen der bundesdeutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Wie hat sich das Wohnen seit 1989 verändert? Viele der damaligen Trendfragen wurden erneut gestellt: In welchem Raum fühlen wir uns am wohlsten? Welche Präferenzen bestehen bei der Farbgestaltung? Haben wir Einrichtungsdefizite?

Wichtigstes Ergebnis: Die Deutschen sind mit ihrer Wohnsituation ausgesprochen zufrieden. „Es fehlt nichts“, um sich in ihrer Wohnung wohlzufühlen finden 79% der Befragten und damit 24% mehr als noch vor 23 Jahren. Eine deutliche Verschiebung gab es auch bei den Farbpräferenzen: Natürliche Farbgebung mit viel Holz ist mit 38% (1989: 49%) zwar immer noch Spitzenreiter, verliert aber gegenüber dem besonders bei den Jüngeren stark gewachsenen Wunsch nach „möglichst weiß und hell“ (2012: 33%; 1989: 16%).

Ansonsten fällt vor allem auf, dass die Deutschen ihr Wohnverhalten nicht gerne verändern. Das Wohnzimmer ist weiterhin der wichtigste Wohlfühlraum (2012: 61%, 1989: 59%). Lediglich die Küche hat diesbezüglich an Attraktivität verloren (2012: 9%, 1989: 15%), was Klaus-Peter Schöppner unter anderem mit Zeitmangel und steigendem Convenience-Konsum in Verbindung bringt. Selbst der in den meisten Trendberichten proklamierte offene Wohnstil scheint in deutschen Wohnungen noch nicht breitflächig angekommen zu sein. Während die überwiegende Nutzung des Schlafzimmers (außer zum Schlafen) für Intimität und zum Lesen wenig überrascht, scheint die kombinierte Nutzung der Küche mit Wohn/Ess-Zimmer (5%) doch eher gering verbreitet zu sein. Lediglich das Wohnzimmer wird nicht überwiegend monokausal genutzt – hier erfolgt eine Nutzung gerne in Kombination mit Ess- oder Arbeitsecke. Dieses Ergebnis mag allerdings auch den baulichen Voraussetzungen geschuldet sein, die für die Deutschen (nach Lage, Raumaufteilung und Nachbarn) nicht nur ein wichtiges Kriterium für die Bewertung der Wohnsituation, sondern auch eine wenig veränderbare Größe darstellen. Beim Einreißen von Mauern sind die Deutschen also eher zurückhaltend – angesichts des hohen Anteils an Mietwohnraum kein Wunder. Beim Neubau zeigt sich hingegen ein anderes Bild.

Interlübke begründet die Studie damit, das Jubiläumsjahr nicht nur für unternehmensinterne Weichenstellungen nutzen zu wollen, sondern auch für die Fortsetzung seines Engagements als Förderer zeitgenössischer Wohnkultur. „Wir müssen zwischen Vorbildern in den Medien und der tatsächlichen Situation der Wohnnation unterscheiden“, erklärt Leo Lübke, „vor allem aber die gesellschaftlichen Entwicklungen berücksichtigen“. Handlungsbedarf ergibt sich laut der Studie vor allem bei der Altersgerechtheit der Wohnung, die heute 62% der Befragten (80% der Älteren, 60% der Jüngeren) besonders wichtig erscheint. Hier könne auch das Möbeldesign einen Beitrag leisten, führt Werner Aisslinger aus, der für interlübke nicht nur gerade das innovative Phonomöbel „musikbox“ entworfen, sondern dem Familienunternehmen mit dem Kommodenprogramm cube auch ein seit Jahren erfolgreiches Systemmöbelprogramm beschert hat. „Modulare Systeme machen die Anpassung an unterschiedliche Bedürfnisse leicht, etwa durch angepasste Griffhöhen“, so der Designer, der auch in der Qualität ein wichtiges Kriterium für Altersgerechtheit sieht, denn „haltbare Systemmöbel lassen sie sich immer wieder neu konfigurieren und können sozusagen selbst altern.“

Die Veränderungsresistenz der Deutschen sehen sowohl Werner Aisslinger als auch Leo Lübke gelassen. „Zunächst einmal ist das ja auch eine Bestätigung für unsere Klassiker“, verweist Lübke auf Produkte wie das Schranksystem S 07 oder das Regalsystem Studimo. „Außerdem versteht sich interlübke aber auch als Speerspitze für neue Möbel.“ Und Werner Aisslinger ist zuversichtlich, dass sich der Fokus langfristig doch in Richtung auf offenere Wohnformen verschiebt: „Beim Neubau sind tendenziell nur noch Bad und Schlafzimmer Rückzugsgebiete – alles andere wird luftiger, flexibler, offener. Das alles passiert, aber eben nicht über Nacht.“