imm cologne

Wohnen. Einrichten. Leben.

13. – 19.01.2014

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Defne Koz über die Trends von Morgen: „Ich will meine Zukunft zurück haben!”

Ob Vase, Glasserie, Fliese, Autoreifen, Leuchte, Sofa oder Waschbecken – ihre Objekte sind schlichtweg schön und sinnlich. Ihre Erscheinung passt dazu. Doch im Gespräch zeigt sich die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Produkt- und Interior Designerin Defne Koz nicht nur charmant und sensibel, sondern auch hart und kompromisslos, wenn es um Qualitätsfragen im Design geht.

Da fehlt es ihr derzeit an Sorgfalt bei der Forschung, an ernsthaftem Design, an Leidenschaft und mutigen Zukunftsvisionen. Im Anschluss an ihre Teilnahme am diesjährigen imm cologne Trendboard Workshop gibt sie uns in einem Café am Rheinufer ein ausführliches Interview über Trends und die Zukunft des Wohnens, die Kraft der Designtradition und die Hierarchie von Visionen.

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Designer’s Voice: Harald Gründl über Designtrends, Schnelllebigkeit und Greenwashing

Harald Gründl (EOOS)

Harald Gründl (EOOS), Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

1967 in Wien geboren, studierte Harald Gründl Industriedesign an der Universität für angewandte Kunst Wien. Zusätzlich promovierte er in Philosophie. 1995 gründete er zusammen mit Martin Bergmann und Gernot Bohmann das Designbüro EOOS, welches sich mittlerweile als eines der führenden Büros für Möbeldesign, Markenplätze und Designforschung etabliert hat.

Harald Gründl ist Mitglied des imm cologne Trendboards – zu seinen Kunden gehören Alessi, Armani, Bulthaup, Dedon, Duravit, Matteo Grassi, Walter Knoll und Zumtobel. Harald Gründl ist seit 2008 Vorsitzender des Institute of Design Research Vienna (Institut für Designforschung Wien) und ist bei EOOS-Design, dessen Forschungsaktivitäten er leitet, als Partner eingestiegen.

Was war für Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Ich fand es sehr interessant zu sehen, dass die Wahrnehmung des Designbereiches unter den Trendboard-Mitgliedern sehr ähnlich war, dass uns ähnliche Phänomene aufgefallen sind. Das Interessanteste ist immer, neue Menschen kennen zu lernen!

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stärksten Einflüsse auf das Produkt- und Interior Design?
Die Nachhaltigkeitsdiskussion ist für mich derzeit der wichtigste Einfluss auf das Design. Wie reagieren wir intelligent auf diese Entwicklung, und wie beeinflusst das die Trends der Zukunft? Wir haben für alle vier Interior Trends diesen Aspekt diskutiert und unterschiedliche Artikulationen festmachen können.

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Designer’s Voice: Patricia Urquiola über Innovation, Nachhaltigkeit und Interior Trends

Patricia Urquiola, Mitglied des imm cologne Trendboards. (Foto: Koelnmesse)

Patricia Urquiola, Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Patricia Urquiola ist Mitglied des imm cologne Trendboards und wurde in Oviedo, Spanien, geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Mailand. Ihr Studium absolvierte sie an der Fakultät für Architektur an der Polytechnischen Universität Madrid und der Polytechnischen Universität Mailand, wo sie 1989 bei Achille Castiglioni ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit fertiggestellt hat.

2001 eröffnete sie ihr eigenes Studio und spezialisiert sich seitdem auf die Bereiche Produktdesign, Architektur, Installation und Konzepterstellung. 2006 wurde Patricia Urquiola von der Koelnmesse eingeladen, eines der ideal houses für die imm cologne zu bauen. Urquiola zählt Agape, Alessi, Artelano, Axor, B&B Italia, Bisazza, BMW, Bosa, De Padova, Driade, Salvatore Ferragamo, Flos, Foscarini, Kartell, Kvadrat, MDF Italia, Molteni, Moroso und Panasonic zu ihren Kunden.

Während des Trendboard Workshops der imm cologne haben Sie nicht nur vier der einflussreichsten Tendencen für das Interior Design benannt, sondern auch andere Trends in der Designszene diskutiert. Was davon ist Ihrer Meinung nach wirklich wichtig?
Ich glaube, es gibt einen neuen Trend bezüglich der Vorstellung davon, was innovativ ist. Innovation war immer vorrangig mit dem Gedanken von industriellem Fortschritt verknüpft, also mit einem eher traditionellen Gedanken. Der Innovationsbegriff wird aber immer mehr mit Werten wie Nachhaltigkeit verbunden und damit, was die Menschen wirklich als innovativ empfinden – wenn zum Beispiel etwas überraschend intelligent ist oder neue Nutzungsmöglichkeiten erschließt. Es wird mehr darauf geachtet, wie etwas gemacht wird und warum es überhaupt gemacht wird. Es wird mehr Wert auf das Konzept gelegt.

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Designer’s Voice: Martin Leuthold über Mode, Trends und die imm cologne

Martin Leuthold, Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Martin Leuthold, Mitglied des imm cologne Trendboards im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Martin Leuthold, geboren 1952 in Hegi-Winden (Schweiz), absolvierte eine Lehre als Stickereientwerfer. Seit 1973 ist er als Textilgestalter beim Unternehmen Jakob Schlaepfer in St. Gallen beschäftigt, einem Hersteller innovativer Textilien für Mode und Innendekoration.

Seit 1989 ist Martin Leuthold Mitglied der Geschäftsführung von Jakob Schlaepfer und verantwortet als Art Director die Sparte Kreation. In dieser Funktion war und ist er u. a. an der Entstehung zahlreicher neuer Verfahren zur Gestaltung von Textilien und an der Entwicklung des Laser- und Inkjet-Verfahrens zur Bedruckung von Textilien beteiligt.

Was war für Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Schon die verschiedenen Präsentationen der zusammen gefundenen Persönlichkeiten waren interessant. Bereichernd waren die verschiedenen Ansichten und Interpretationen der neuen Trends. Ein wichtiger Aspekt von diesem Meeting war auch, dass wir für unsere Zukunft Sorge tragen möchten.

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stärksten Einflüsse auf das Produkt- und Interior Design?
Durch das globales Erscheinungsbild und die Information durch Internet und elektronische Medien. Aber im Prinzip kommen die Einflüsse von überall her: aus Kunst, Theater, Mode sowie weiteren Kulturdisziplinen, aber auch aus Politik- und Umweltbereichen.

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Designer’s Voice: Defne Koz über Trends, Qualität, Design und neue Ideen

Defne Koz. (Foto: Koelnmesse)

Defne Koz, Mitglied des Trendboards der imm cologne 2011 im Interview. (Foto: Koelnmesse)

Was war für Sie das Interessanteste an dem imm cologne Trendboard Workshop?
Es ist immer interessant und wichtig, über das zu reflektieren, was wir tun, und uns über unsere Designideen auszutauschen. Mir gefällt auch, dass die Trendboard-Initiative unseren gemeinsamen Gedanken eine Struktur zu geben vermag, die für andere Designer brauchbar und hilfreich sein könnte.

Das Trendbook zeigt, was aktuell im Design passiert und was die Menschen bewegt, die sich dieses Designangebots bedienen. Woher kommen Ihrer Meinung nach die stärksten Einflüsse auf das Produkt- und Interior Design?
Für einen Designer gibt es immer vielfältige Einflüsse. Ich persönlich bin neugierig auf Kunst und Architektur, aber meine Inspiration beziehe ich hauptsächlich aus dem Verständnis der Menschen, aus der Art, wie sie leben und wie ihr Verhalten sich ändert. Das ist die Wurzel neuer Ästhetik.

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Interview mit Johanna Grawunder: „Experimentelles Design und Art Design sind die Triebfeder für die gesamte Industrie.”

3johanna_grawunderIm Trendboard wurde vom Ende der Designikonen gesprochen. Was bedeutet das für das Interior Design?
Ja, das haben wir diskutiert, aber ich sehe das gar nicht so absolut. Meiner Meinung nach wird es immer Designikonen geben. Denn ob ein Objekt Kultcharakter besitzt oder nicht hängt von dem Design selbst ab und nicht davon, ob es mit diesem Etikett vermarktet wird. Vieles wird ohne jeden Gedanken an Zeichenhaftigkeit designt, erobert aber zu einem bestimmten Moment die Fantasie der Konsumenten und steht dann eben für einen bestimmten Zeitgeist. Was sich aber tatsächlich verändert hat, ist das Bedürfnis, die Wohnung wie eine Spielzeugkiste mit Designgegenständen anzufüllen. Diese Haltung ist etwas aus der Mode gekommen.

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Studio Vertijet, Kirsten Antje Hoppert und Steffen Kroll: „’Gemütlichkeit’ umschreibt die menschlichen Aspekte des Wohnens.“

1studio_vertijetSeit 1998 firmieren die Innenarchitektin Kirsten Antje Hoppert und der Produktdesigner Steffen Kroll unter dem Label Studio Vertijet. Beide studierten an der Designhochschule Burg Giebichenstein in Halle. Ihr Aufgabenspektrum definieren sie vom Esslöffel bis zur Architektur.

Über ihre gemeinsamen Ideale und ihre Begeisterung für »das Schöne mit ebenso hohem, funktionalem Wert« fanden sie zu dieser Konstellation zusammen. »Wenn unsere Produkte einmal dazu beitragen, die Menschen zu sensibilisieren, hätten wir eines unserer Ideale erreicht …«, so sagen sie. Aus dieser Überzeugung und Leidenschaft heraus entwickeln sie ihre Ideen.

Hierbei sind »das Träumen« und »die fantastischen Vorstellungen vom Leben« ein wichtiger Bestandteil des Produktentwicklungsprozesses – den sie am liebsten als »geplante Intuition« bezeichnen. Nach der Philosophie des Gestaltungsduos bewegt die Menschheit sich definitiv wieder in Richtung Erdboden – allerdings mit einigen Lagen Polsterstoff zwischen sich und dem Teppich.

Denn das Problem für den Entspannung Suchenden, so Kirsten Antje Hoppert und Steffen Kroll, werde weder mit komfortablen Bürositzmöbeln noch mit dem klassischen Sofa gelöst – die prinzipielle Ergonomie des Sitzens ist die gleiche. Der Mensch kommt vom Sitzen und geht zum Sitzen. Damit also wieder etwas Bewegung ins Leben kommt, führt „Lava“ von Cor eine neue Ergonomie des Liegens ein. Damit hat die Welt erstmalig ein Sofa, das nicht primär zum Sitzen da ist. Kirsten Antje Hoppert und Steffen Kroll leben und arbeiten zusammen in Halle/Saale in Deutschland.

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Konstantin Grcic: „Ohne gewisse Regeln kommen wir zu keiner Veränderung.”

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Konstantin Grcic (Foto: Andreas Körner)

Konstantin Grcic (*1965) lernte Möbelschreiner an der John Makepeace School for Craftsmen in Dorset (1985 bis 1987), bevor er am Royal College of Art in London Möbeldesign studierte. Nach einem Jahr als Assistent bei Jasper Morrison gründete er 1991 das Büro „Konstantin Grcic Industrial Design“ in München.

In den 90er-Jahren begann sein Erfolg mit Wäschekörben und anderen Kunststoffartikeln für Authentics; es folgten Stil-Ikonen wie die Lampe Mayday für Flos (1999), das schwankende Regal Es für Nils Holger Moormann (1999), der Sessel Chaos für ClassiCon (2001) und das Sitzelement Osorom für Moroso (2002).

Der Stuhl chair_ONE aus Druckguss- Aluminium (Magis, 2004) war mit seinem konischen Betonfuß eigentlich für den öffentlichen Raum gedacht, verkaufte sich dann aber als skulpturale Gitterstruktur mit Sitzfunktion zig-tausendfach für den privaten Loft. Es folgte der Barstuhl Miura für Plank (2005).

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Professor Stefan Heiliger: „Die Moderne lässt offensichtlich zu wenig Emotionalität zu.“

prof_heiligerStefan Heiliger, geboren 1941 in Berlin, studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und bei Wilhelm Wagenfeld in Stuttgart. Von 1964 bis 1977 arbeitete er als Designer bei Mercedes-Benz. Einer der wichtigsten Entwürfe aus Heiligers Autophase ist der Mercedes-Kastenwagen 207 D, der millionenfach gebaut wurde.

Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zeigte im Jahre 2007 in einer Retrospektive vor allem die bekannten Relax-Möbel des Designers aus der Zeit nach seiner Tätigkeit als Automobildesigner. Als Professor an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und als Inhaber eines Designstudios spezialisierte sich Stefan Heiliger auf das Entwerfen von Möbeln.

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Olaf Schroeder, ID_OS: „Ich bezweifle, daß unsere Gesellschaft zu weniger Massenproduktion zurückfinden wird.”

growing_tableID_OS ist ein Entwicklungsbüro für Industrial- und Public Design mit Sitz in Frankfurt am Main. Seit 1996 entwickelt der Inhaber Olaf Schroeder (*1966) Designkonzepte und Lösungen für die Bereiche Produkt-, Möbel, System- und Ausstellungsdesign sowie Designprojekte im öffentlichen Raum.

Neben Arbeiten für die Hersteller Hailo, Leifheit und Rowenta im Bereich Haushaltsprodukte entwickelte Olaf Schroeder Ausstellungen. Für die Entwicklungsarbeit im Kontext Solarboot Frankfurt erhielt Olaf Schroeder als Mitglied der “ARGE Solarboot Frankfurt” 2003 den Umweltsonderpreis des Landes Hessen. Olaf Schroeder war von 1998 bis 2002 Lehrbeauftragter an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

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