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Schlaf- und Badezimmer verschmelzen zunehmend. Design by Philippe Starck (Axor Starck ShowerCollection). Foto: Hansgrohe.

„Schlafen ist schön“, weiß auch Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, „aber die gewünschte Erholung findet erst dann statt, wenn man sich in der Schlafzimmerausstattung auch wohlfühlt“. Des Deutschen Schlafzimmer wird gut 14 Jahre alt. Neue Matratzen sind durchschnittlich alle neun Jahre fällig. Damit ist die Anschaffung neuer Schlafzimmermöbel eine langfristige Investition und bleibt auf jeden Fall länger in Betrieb als ein neues Auto. Die klassische Schlafzimmerausstattung mit Bett, Nachttisch und Kleiderschrank wird von immer mehr Verbrauchern aber als nicht mehr zeitgemäß empfunden.

Beliebt sind heute beispielsweise begehbare Kleiderschranksysteme, Lösungen für den zweiten Flachbildschirm, elektromotorbetriebene Lattenroste zum bequemen Lesen sowohl von Zeitung als auch von Emails im Laptop oder integrierte Beleuchtung. „Der zeitgenössische Verbraucher denkt nicht mehr in klassischer Raumaufteilung“, argumentiert Klaas, „sondern in seinen neuen Ansprüchen an Möbel und Wohnen“.

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Mit einer positiven Bilanz ging am Sonntag, dem 24. Januar 2010, die imm cologne zu Ende. Trotz Verkürzung um einen Tag wurde das Vorjahresergebnis mit rund 100.000 Besuchern gehalten. Auf Ausstellerseite erzielte die Veranstaltung sogar ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Aus Sicht der Koelnmesse wurden damit die hohen Erwartungen an die imm cologne als eine der wichtigsten Messen für die weltweite Einrichtungsbranche erfüllt. “Die Aussteller haben sich mit ihrer Innovationskraft gegen die Krise gestemmt. Dafür sind sie mit guten Geschäften belohnt worden”, so Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. “Köln ist die Business-Plattform der Branche”, so das Fazit des Messechefs.

Die positive Stimmung, die während der ganzen Messedauer in den Hallen vorherrschte, unterstrich auch Dirk-Uwe Klaas: “Dies war seit Jahren die mit Abstand erfolgreichste Möbelmesse. Mitten in der Krise haben die Fachbesucher und die Endkunden eindrucksvoll bestätigt, dass die imm cologne zu alter Stärke zurückgefunden hat”, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Wie die Koelnmesse und der VDM als ideeller Träger der imm cologne bereits am Freitag verkündeten, wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit über die imm cologne 2010 hinaus langfristig vertraglich verlängert.

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1moebel_umsatz_exportIn Deutschland wird das Sofa im Durchschnitt nur alle 8-12 Jahre gegen ein neues ausgetauscht. Träumen Sie da nicht auch manchmal von einer Abwrackprämie?
Wir fordern keine Subventionen für uns Möbler – aber die Gleichbehandlung aller Branchen. Statt Autos sollte die Politik lieber die Steuer für Bürger und Mittelstand abwracken, damit wieder mehr Geld in den Portemonnaies und Kassen verbleibt, das dann nach freier Entscheidung eines jeden Einzelnen verwendet werden kann.

Das Trendboard der imm cologne erwartet eine Rückkehr zu mehr Qualitätsbewusstsein als Reaktion auf die Wirtschaftskrise. Kann man „echte” Qualität heute eigentlich noch bezahlen?
Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen wieder absehen vom schnellen Konsum. Ja, es ist eine Art Mentalitätswandel in Gang gekommen. Die Menschen werden wieder sensibler für die Ressourcen dieser Welt und für die Dinge, die Wert und Beständigkeit haben. Die Nachfrage auch in unserer Branche nach Nachhaltigkeit und Wertigkeit nimmt daher zu. Nachhaltigkeit wird in unserer Branche im Zusammenhang mit den verwendeten Materialien und Rohstoffen diskutiert. Wir haben Glück, denn Holz, aus dem die meisten Möbel nun mal sind, ist ein nachwachsender Rohstoff. Auch bei den anderen Materialien fragen die Konsumenten immer mehr nach der Trennbarkeit und damit Recyclebarkeit am Ende des Lebenszyklus. Auffällig ist außerdem die Hinwendung zu langlebiger Qualität und damit zur neuen Wertigkeit. Für frühere Generationen war es normal, nicht mit jeder Mode zu gehen und von Bekleidung bis Möblierung nicht jedes Angebot mitzumachen. Dann kam die Zeit des schnellen und wechselnden Konsums. Die Freude war oft kurz und die Produkte austauschbar.

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Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM)

Warum die Einrichtung endlich als tagesaktuelles Trendthema entdeckt wird, liegt für Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef, auf der Hand: „Der Mensch ist im Jahr rund 340 Tage im eigenen Zuhause. Immer mehr Menschen erkennen das eigene Zuhause deshalb als Ort für Selbstentfaltung. Nirgendwo sonst kann man sich nach seinem Geschmack so gut austoben wie hier.“

Auto statt Polstermöbel – Durststrecke für deutsche Möbelhersteller

Doch auch, wenn Einrichten Kult ist – lässt sich angesichts massenhaft subventionierter Schnäppchen auf dem Automobilmarkt und schrumpfender privater Budgets mit Möbeln überhaupt noch Geld verdienen? Die Halbjahresbilanz der deutschen Möbelindustrie signalisiert zunächst ein klares „Nein”. Mit einem Umsatz von 7,6 Mrd. Euro lagen die deutschen Möbelhersteller um erschreckende 13,8 Prozent bzw. 1,2 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert.

Angesichts einer aktuell einmaligen wirtschaftlichen Situation empfiehlt es sich jedoch, zur nüchternen Beantwortung der Rentabilitätsfrage auch die Vorjahreszahlen mit heranzuziehen. Denn 2008 sah das Ergebnis noch ganz anders aus: Die Möbelproduzenten konnten mit einem Plus von 1,6 Prozent abschließen. Zwar war der Inlandsumsatz damals leicht rückläufig, doch dies wurde mit einem Wachstum im Export um plus 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen.

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Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH

Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH

Konzentriertes Business auf hohem Niveau sorgte für eine positive Bilanz der imm cologne 2009. Rund 100.000 Besucher hatten sich in der letzten Woche über das Angebot von 1.057 Unternehmen aus 49 Ländern informiert. Die emotionale Inszenierung in den Hallen der Koelnmesse machte den Besuchern geradezu Lust auf das Thema Einrichten und sorgt so für nachhaltige wirtschaftliche Impulse in der Branche.

Entsprechend zeigten sich die Aussteller mit den getätigten Abschlüssen “zufrieden bis sehr zufrieden”. “Ich bin der Überzeugung, dass wir innerhalb der herrschenden Rahmenbedingungen eine gute Möbelmesse erlebt haben. Der realistische Optimismus der Branche spiegelte sich sieben Tage in den Hallen wider”, so Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

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18. - 23.01.2011

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