Das von Designer Eric Degenhardt entwickelte Ausstellungskonzept „Turned by Böwer“ setzt das Thema „drehen“ architektonisch um. (Foto: Koelnmesse)
Auf der erstmals zur imm cologne 2013 realisierten Sonderausstellung Featured Editions werden vom 14.-20. Januar Designobjekte in zehn außergewöhnlichen Inszenierungen zu sehen sein. Möbel werden hier aus ganz anderer Perspektive dargestellt: Losgelöst von ihrem konventionellen Präsentationsrahmen zeigen sie sich mal als Formexperiment, mal als Studie eines Designprozesses – oder sogar als kulturhistorisches Dokument. Featured Editions ist eines der Highlights des neuen Messeformats Pure Editions.
Mit der Erweiterung des Designsegments Pure will die imm cologne eine galerieartige Plattform für visionäre Einrichtungs- und Möbelkonzepte avancierter Designanbieter etablieren. Zur Ergänzung ihrer Produkt- und Markenpräsentation konnten sich die in der Halle 3.2 vertretenen Hersteller mit einem Präsentationskonzept für die Featured Editions bewerben.
Acht Monate nach seiner Vorstellung auf der imm cologne 2012 erweitert Flötotto die Stuhl-Serie PRO um ein vierstrahliges Aluminium-Säulengestell und einen Bistro-Tisch für den In- und Outdoorbereich. Bei den bereits bestehenden Modellen der PRO Familie arbeitete das Unternehmen intensiv an den Details – so sind alle Sitzschalen mit einem Sitzpolster erhältlich und für den Kufenstuhl wurden Reihenverbinder entwickelt.
Für mehr Komfort soll die neue Armlehnen-Variante mit einer breiteren Auflage sorgen. Die Sitzschale des Stuhls will bewusst unterschiedliche Sitzhaltungen und damit die Bewegungsfreiheit seiner Nutzer fördern.
Aufgrund seiner Funktion und Ästhetik eignet sich die Serie nicht nur für den Einsatz in Schulen und Bildungseinrichtungen, sondern auch für den Objektbereich, und das private Wohnumfeld. Zur Orgatec präsentiert Flötotto jetzt die Erweiterungen der Stuhl-Kollektion, die von Konstantin Grcic entworfen wurde. weiterlesen…
Im Trendboard wurde vom Ende der Designikonen gesprochen. Was bedeutet das für das Interior Design?
Ja, das haben wir diskutiert, aber ich sehe das gar nicht so absolut. Meiner Meinung nach wird es immer Designikonen geben. Denn ob ein Objekt Kultcharakter besitzt oder nicht hängt von dem Design selbst ab und nicht davon, ob es mit diesem Etikett vermarktet wird. Vieles wird ohne jeden Gedanken an Zeichenhaftigkeit designt, erobert aber zu einem bestimmten Moment die Fantasie der Konsumenten und steht dann eben für einen bestimmten Zeitgeist. Was sich aber tatsächlich verändert hat, ist das Bedürfnis, die Wohnung wie eine Spielzeugkiste mit Designgegenständen anzufüllen. Diese Haltung ist etwas aus der Mode gekommen.
Konstantin Grcic (*1965) lernte Möbelschreiner an der John Makepeace School for Craftsmen in Dorset (1985 bis 1987), bevor er am Royal College of Art in London Möbeldesign studierte. Nach einem Jahr als Assistent bei Jasper Morrison gründete er 1991 das Büro „Konstantin Grcic Industrial Design“ in München.
In den 90er-Jahren begann sein Erfolg mit Wäschekörben und anderen Kunststoffartikeln für Authentics; es folgten Stil-Ikonen wie die Lampe Mayday für Flos (1999), das schwankende Regal Es für Nils Holger Moormann (1999), der Sessel Chaos für ClassiCon (2001) und das Sitzelement Osorom für Moroso (2002).
Der Stuhl chair_ONE aus Druckguss- Aluminium (Magis, 2004) war mit seinem konischen Betonfuß eigentlich für den öffentlichen Raum gedacht, verkaufte sich dann aber als skulpturale Gitterstruktur mit Sitzfunktion zig-tausendfach für den privaten Loft. Es folgte der Barstuhl Miura für Plank (2005).
Ein Sofa von Marcel Wanders, ein Stuhl von Konstantin Grcic oder ein Regal von Arik Levy alleine machen noch keinen Wohnraum. Erst die Zwischentöne, die Rauminszenierung und der Kontext von Möbeln, Stoffen und Licht lassen sie als Akteure gut dastehen. Daher stehen Designobjekte heute immer öfter für ein kreatives Gesamtkonzept.
Das neue Präsentationsformat Pure Village trägt dieser Marktentwicklung Rechnung, indem es im Rahmen der imm cologne 2010 eine Bühne schafft, auf der Einzelpräsentationen exklusiver Designobjekte genauso zur Wirkung kommen wie die Darstellung kreativer Einrichtungskonzepte. In Halle 3.2 werden vom 19. bis 24. Januar 2010 die Highlights aus den Fachsortimenten in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Möbeln des Segments Pure (Halle 11) und den Ideen des Forums d3 Design Talents (Halle 3.1) versammelt.
Welche Trends prägen in diesem Jahr das Einrichtungs- und Möbeldesign? Wir fragten Designer, Hersteller, Händler und Journalisten nach ihren Einschätzungen und Beobachtungen.
Oliver Holy, CEO ClassiCon, München:
Auf der Messe ist mir immer wieder der neue Begriff des „Homing“ begegnet. Auch wenn es mir widerstrebt, den Veränderungen der Bedürfnisse immer gleich ein Label zu verpassen, kann ich doch nachvollziehen, was hiermit erfasst werden soll. Auch ich glaube, dass die Verunsicherung durch die aktuellen wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen zu dem Wunsch nach Konzentration auf Wesentliches führt. Übertragen auf Wohnen und Materialien heißt das für mich, dass natürliche, „geerdete“ und auch patinafähige Möbel bevorzugt werden, dass Lautes, Schrilles verdrängt wird durch haptisch angenehme Formen und Materialien.
Konstantin Grcic gilt als der international bekannteste deutsche Designer der Gegenwart; als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Designer der Welt; ein Intellektueller mit Understatement. Im Rahmen eines Exklusiv-Interviews erfahren Sie mehr über den Topdesigner, seine Arbeit, deutsches Design und seine Verbundenheit mit der imm cologne.
Seit der Gründung seines Büros entwirft Konstantin Grcic Möbel, Leuchten und andere Produkte für Unternehmen wie Agape, Authentics, Cappellini, ClassiCon, Cassina, Driade, Flos, Iittala, Krups, Lamy, Magis, Merten, Muji, Montina, Moroso, Moormann, Plank, SCP, Whirlpool oder die Porzellan-Manufaktur Nymphenburg. Konstantin Grcic fühlt sich dem klassischen Industriedesign verpflichtet.