In Deutschland wird das Sofa im Durchschnitt nur alle 8-12 Jahre gegen ein neues ausgetauscht. Träumen Sie da nicht auch manchmal von einer Abwrackprämie?
Wir fordern keine Subventionen für uns Möbler – aber die Gleichbehandlung aller Branchen. Statt Autos sollte die Politik lieber die Steuer für Bürger und Mittelstand abwracken, damit wieder mehr Geld in den Portemonnaies und Kassen verbleibt, das dann nach freier Entscheidung eines jeden Einzelnen verwendet werden kann.
Das Trendboard der imm cologne erwartet eine Rückkehr zu mehr Qualitätsbewusstsein als Reaktion auf die Wirtschaftskrise. Kann man „echte” Qualität heute eigentlich noch bezahlen?
Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen wieder absehen vom schnellen Konsum. Ja, es ist eine Art Mentalitätswandel in Gang gekommen. Die Menschen werden wieder sensibler für die Ressourcen dieser Welt und für die Dinge, die Wert und Beständigkeit haben. Die Nachfrage auch in unserer Branche nach Nachhaltigkeit und Wertigkeit nimmt daher zu. Nachhaltigkeit wird in unserer Branche im Zusammenhang mit den verwendeten Materialien und Rohstoffen diskutiert. Wir haben Glück, denn Holz, aus dem die meisten Möbel nun mal sind, ist ein nachwachsender Rohstoff. Auch bei den anderen Materialien fragen die Konsumenten immer mehr nach der Trennbarkeit und damit Recyclebarkeit am Ende des Lebenszyklus. Auffällig ist außerdem die Hinwendung zu langlebiger Qualität und damit zur neuen Wertigkeit. Für frühere Generationen war es normal, nicht mit jeder Mode zu gehen und von Bekleidung bis Möblierung nicht jedes Angebot mitzumachen. Dann kam die Zeit des schnellen und wechselnden Konsums. Die Freude war oft kurz und die Produkte austauschbar.
20. Oktober 2009
Kategorie: Business
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