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Die Koelnmesse macht die Stadt mit der imm cologne und anderen designrelevanten Leitmessen wie der Orgatec und photokina zu einem Treffpunkt der internationalen Designszene. Vor allem die imm cologne setzt wirtschaftliche Impulse, schafft öffentliche Wahrnehmung für Köln als Designstadt mit dem Schwerpunkt „Möbeldesign“ und fördert mit trendbezogenen Initiativen wie dem Trendboard, Preisvergaben und Ausstellungen den Diskurs über Design.

Ein Grund mehr, sich über den Wert von Design Gedanken zu machen – denn Erfolg mit Design ist messbar. Designexperte Professor Dr. Peter Zec und Burkhard Jacob, stellen erstmals eine Methode vor, die es ermöglicht, den Wert, den Unternehmen mittels Design generieren, zu bemessen. Dadurch wird Design nicht länger als reiner Kostenfaktor in den Unternehmen verstanden, sondern als Investment und treibende Kraft für wirtschaftliches Wachstum und Wertschöpfung.

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Dass in Großstädten gebaut wird, ist nichts Ungewöhnliches. Straßen werden ausgebessert, Plätze umgestaltet, neue Wohnblöcke hochgezogen. Das ist auch in Köln nicht anders. Aber ein komplettes Dorf mitten in der Stadt entstehen zu lassen – das ist schon etwas Besonderes, auch in der an Kuriositäten nicht gerade armen Domstadt.

Dabei belästigt der Baulärm keinen einzigen Bewohner, und auch der Verkehr muss nicht umgeleitet werden. Denn Pure Village, das Dorf, das hier innerhalb weniger Wochen entsteht, wird mitten auf der Koelnmesse zusammengezimmert, unter dem Dach der Halle 3. Daher werden wohl auch keine Türen eingesetzt und die großen Fenster ohne Füllung bleiben, denn hier wird niemand auf Dauer einziehen.

Andererseits brauchen Besucher dieses idyllischen Fleckchens weder auf das Straßencafé noch auf angemessene Unterhaltung, ärztliche Versorgung oder Kinderbetreuungseinrichtungen verzichten. Ein künstlicher, aber nicht virtueller Ort also, an dem sich die designinteressierte Welt vom 19.1. – 24.1. 2010 treffen wird.

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3johanna_grawunderIm Trendboard wurde vom Ende der Designikonen gesprochen. Was bedeutet das für das Interior Design?
Ja, das haben wir diskutiert, aber ich sehe das gar nicht so absolut. Meiner Meinung nach wird es immer Designikonen geben. Denn ob ein Objekt Kultcharakter besitzt oder nicht hängt von dem Design selbst ab und nicht davon, ob es mit diesem Etikett vermarktet wird. Vieles wird ohne jeden Gedanken an Zeichenhaftigkeit designt, erobert aber zu einem bestimmten Moment die Fantasie der Konsumenten und steht dann eben für einen bestimmten Zeitgeist. Was sich aber tatsächlich verändert hat, ist das Bedürfnis, die Wohnung wie eine Spielzeugkiste mit Designgegenständen anzufüllen. Diese Haltung ist etwas aus der Mode gekommen.

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Johanna Grawunder, Mitglied des imm cologne Trendboards, Photo: Koelnmesse; Lutz Sternstein

Johanna Grawunder lässt sich nicht so leicht in eine Schublade packen. Sie baut Häuser, entwirft Interiors und klassische Industrieprodukte, unter anderem für Boffi, Flos, B&B oder WMF. Vor allem aber kreiert sie exklusive Möbel- und Lichtobjekte für Galerien in Europa und den USA, bei denen sie gerne LEDs integriert und die Formen dabei fast zu entmaterialisieren scheint.

Licht ist für sie ein wichtiges Mittel, den Innenraum zugestalten, so dass es Teil des Ganzen wird. Auch muss Licht nicht immer ein für sich selbst stehendes Objekt sein, findet Johanna Grawunder. Wenn man es in Möbel integriert, ist es einfach da und erhält eine andere Qualität.

Die Architektin aus Kalifornien begann ihre Laufbahn 1985 im Studio von Ettore Sottsass in Mailand und arbeitete mit ihm an einigen der prestigeträchtigsten Projekte auf den Gebieten der Architektur und Innenarchitektur.

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1moebel_umsatz_exportIn Deutschland wird das Sofa im Durchschnitt nur alle 8-12 Jahre gegen ein neues ausgetauscht. Träumen Sie da nicht auch manchmal von einer Abwrackprämie?
Wir fordern keine Subventionen für uns Möbler – aber die Gleichbehandlung aller Branchen. Statt Autos sollte die Politik lieber die Steuer für Bürger und Mittelstand abwracken, damit wieder mehr Geld in den Portemonnaies und Kassen verbleibt, das dann nach freier Entscheidung eines jeden Einzelnen verwendet werden kann.

Das Trendboard der imm cologne erwartet eine Rückkehr zu mehr Qualitätsbewusstsein als Reaktion auf die Wirtschaftskrise. Kann man „echte” Qualität heute eigentlich noch bezahlen?
Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen wieder absehen vom schnellen Konsum. Ja, es ist eine Art Mentalitätswandel in Gang gekommen. Die Menschen werden wieder sensibler für die Ressourcen dieser Welt und für die Dinge, die Wert und Beständigkeit haben. Die Nachfrage auch in unserer Branche nach Nachhaltigkeit und Wertigkeit nimmt daher zu. Nachhaltigkeit wird in unserer Branche im Zusammenhang mit den verwendeten Materialien und Rohstoffen diskutiert. Wir haben Glück, denn Holz, aus dem die meisten Möbel nun mal sind, ist ein nachwachsender Rohstoff. Auch bei den anderen Materialien fragen die Konsumenten immer mehr nach der Trennbarkeit und damit Recyclebarkeit am Ende des Lebenszyklus. Auffällig ist außerdem die Hinwendung zu langlebiger Qualität und damit zur neuen Wertigkeit. Für frühere Generationen war es normal, nicht mit jeder Mode zu gehen und von Bekleidung bis Möblierung nicht jedes Angebot mitzumachen. Dann kam die Zeit des schnellen und wechselnden Konsums. Die Freude war oft kurz und die Produkte austauschbar.

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Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM)

Warum die Einrichtung endlich als tagesaktuelles Trendthema entdeckt wird, liegt für Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef, auf der Hand: „Der Mensch ist im Jahr rund 340 Tage im eigenen Zuhause. Immer mehr Menschen erkennen das eigene Zuhause deshalb als Ort für Selbstentfaltung. Nirgendwo sonst kann man sich nach seinem Geschmack so gut austoben wie hier.“

Auto statt Polstermöbel – Durststrecke für deutsche Möbelhersteller

Doch auch, wenn Einrichten Kult ist – lässt sich angesichts massenhaft subventionierter Schnäppchen auf dem Automobilmarkt und schrumpfender privater Budgets mit Möbeln überhaupt noch Geld verdienen? Die Halbjahresbilanz der deutschen Möbelindustrie signalisiert zunächst ein klares „Nein”. Mit einem Umsatz von 7,6 Mrd. Euro lagen die deutschen Möbelhersteller um erschreckende 13,8 Prozent bzw. 1,2 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert.

Angesichts einer aktuell einmaligen wirtschaftlichen Situation empfiehlt es sich jedoch, zur nüchternen Beantwortung der Rentabilitätsfrage auch die Vorjahreszahlen mit heranzuziehen. Denn 2008 sah das Ergebnis noch ganz anders aus: Die Möbelproduzenten konnten mit einem Plus von 1,6 Prozent abschließen. Zwar war der Inlandsumsatz damals leicht rückläufig, doch dies wurde mit einem Wachstum im Export um plus 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen.

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Cecilie Manz, Marcus Fairs, Johanna Grawunder, Giulio Ridolfo und Bertjan Pot (v.l.n.r). Foto: Koelnmesse; Lutz Sternstein

In dem von der imm cologne jährlich zusammengerufenen Trendboard sind Produktdesigner, Architekten, Materialspezialisten und Journalisten versammelt, die als international anerkannte Design-Kenner gelten können und international erfolgreich arbeiten.

Dabei ist die Zusammensetzung des Trendboards einem jährlichen Wechsel unterworfen und repräsentiert mehrere Nationalitäten und Disziplinen. Für ein Stück Kontinuität sorgen dieses Jahr der Materialspezialist Giulio Ridolfo und der Journalist Marcus Fairs. Der aus der italienischen Kreativ-Hochburg Udine nach Köln gekommene Designer und Textilberater Giulio Ridolfo hat unter anderem durch seine ausgefallenen Arbeiten für Patricia Urquiola von sich reden gemacht. Der Londoner Autor Marcus Fairs ist für sein Online- Magazins dezeen bekannt.

Neue Impulse kamen dieses Mal von der amerikanischen Architektin und Interior- Designerin Johanna Grawunder, die im Produktbereich unter anderem durch exklusive und farbenfrohe Limited Editions vertreten ist, und Cecilie Manz, eine junge und erfolgreiche Designerin aus Dänemark mit einem exzellenten Gespür für Materialien und Farben. Auch der niederländische Designer Bertjan Pot, der dritte Neue im Trendboard, gehört zu der jüngeren, erfolgreichen Designergeneration, die derzeit den Wandel in der Designlandschaft forciert.

Begleitet wurde das Trendboard wieder von Andrej Kupetz, der seit 1999 Geschäftsführer des Rat für Formgebung in Frankfurt ist.

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Wer gedacht hat, dass die Menschen sich angesichts der Bedrohung ihres Lifestyles, der Diskussion um Gesellschaftswerte und Wirtschaftssysteme nicht mehr allzu sehr für Design oder die Wohnzimmergestaltung interessieren würden, hat sich geirrt.

Im Gegenteil. Design scheint vielen wichtiger denn je. Es wird genauer hingeschaut, stärker selektiert, und Werte werden überprüft. Während für die meisten Konsumenten das heimelige Nest noch wichtiger wird, scheinen es viele einflussreiche Designer leid zu sein, Design nur um des Designs willen zu machen.

Es wurde noch nie so viel experimentiert auf der Suche nach intelligenten Lösungen, nach den Formen und Grenzen des Designs und nach nachhaltigen Einsatzmöglichkeiten für neue und alte Materialien, attestieren die Kreativen im Trendboard, dem Expertengremium der imm cologne. Auf der anderen Seite freilich wird auf Nummer Sicher gesetzt, Bewährtes verfeinert und die Solidität des puren Materials gesucht.

Auch wenn nicht alles auf die globale Erfahrung der Wirtschaftskrise zurückzuführen ist, so ist diese in den Augen des Trendboards der imm cologne doch die treibende Kraft bei dem erwarteten starken Ausschlag in vier sehr unterschiedliche Richtungen. „Discipline”, „Trickery”, „Comfort Zone” und „Rehab” heißen die wichtigsten Entwicklungen für die Einrichtungsbranche, die im Trendbook „Interior Trends 2010” dargestellt werden.

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giulio_ridolfoGiulio Ridolfo ist kein Möbeldesigner, sondern studierter Modedesigner, der einst für Gianfranco Ferré und Tods & Hogan entwarf. Er gilt in der Einrichtungsbranche als einer der gefragtesten Quereinsteiger in Sachen Textildesign. Sein kreativer Beitrag ist in der Welt des Interior-Design sehr begehrt, was an der großen Anzahl renommierter Hersteller deutlich wird, für die Giulio Ridolfo gearbeitet hat.

Giulio Ridolfos Dekore schmücken die Polster des renommierten italienischen Möbelherstellers Moroso; der Materialexperte komponierte für Vitra ein Farbsystem, ist der erste Italiener im Designteam der gefragten dänischen Textilmanufaktur Kvadrat und Mitglied des Trendboards der imm cologne.

Dass der ausgebildete Modedesigner überhaupt mit der Einrichtungsbranche in Kontakt kam und schließlich dort tätig wurde, ist Patrizia Moroso zu verdanken. Die Unternehmerin aus der italienischen Kreativhochburg Udine war auf Talentsuche, als sie auf Giulio Ridolfo aufmerksam wurde und ihn schließlich als Berater engagierte.

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Zur imm cologne 2009 präsentiert e15 in Halle 11 Neuheiten aus seiner umfassenden Möbelkollektion für den Privat- und Objektmöbelbereich. Erstmalig wird das von Arik Lévy entworfene Regal SH05 Arie vorgestellt, das mit dem Interior Innovation Award Cologne 2009 ausgezeichnet wurde. Arik Lévy ist Mitglied des Trendboards der imm cologne und leitet das Projekt Cologne Guesthouse in dessen Rahmen 31 Nachwuchsdesigner aus vorgegebenen Materialien ihre Ideen vom Wohnen umsetzen.

Der Managing Director des Unternehmens, Philipp Mainzer, erläutert das Gewinner-Design-Konzept und berichtet ausführlich über die flexiblen Einsatzmöglichkeiten des Preisträger-Regals.

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18. - 23.01.2011

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