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Dass in Großstädten gebaut wird, ist nichts Ungewöhnliches. Straßen werden ausgebessert, Plätze umgestaltet, neue Wohnblöcke hochgezogen. Das ist auch in Köln nicht anders. Aber ein komplettes Dorf mitten in der Stadt entstehen zu lassen – das ist schon etwas Besonderes, auch in der an Kuriositäten nicht gerade armen Domstadt.

Dabei belästigt der Baulärm keinen einzigen Bewohner, und auch der Verkehr muss nicht umgeleitet werden. Denn Pure Village, das Dorf, das hier innerhalb weniger Wochen entsteht, wird mitten auf der Koelnmesse zusammengezimmert, unter dem Dach der Halle 3. Daher werden wohl auch keine Türen eingesetzt und die großen Fenster ohne Füllung bleiben, denn hier wird niemand auf Dauer einziehen.

Andererseits brauchen Besucher dieses idyllischen Fleckchens weder auf das Straßencafé noch auf angemessene Unterhaltung, ärztliche Versorgung oder Kinderbetreuungseinrichtungen verzichten. Ein künstlicher, aber nicht virtueller Ort also, an dem sich die designinteressierte Welt vom 19.1. – 24.1. 2010 treffen wird.

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imm_cologne_2009Das Möbeljahr 2010 beginnt am 19. Januar auf der imm cologne mit einem Feuerwerk aus Trends, Neuheiten und inspirierenden Inszenierungen rund um das Thema Wohnen und Einrichten.

Hier sind Sie mitten im Zentrum eines prosperierenden Marktes, hier werden Geschäfte gemacht.

Es gibt viele gute Gründe, warum Sie unbedingt dabei sein sollten, wenn sich in Köln wieder alles um Design, Trends und Business dreht.

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3johanna_grawunderIm Trendboard wurde vom Ende der Designikonen gesprochen. Was bedeutet das für das Interior Design?
Ja, das haben wir diskutiert, aber ich sehe das gar nicht so absolut. Meiner Meinung nach wird es immer Designikonen geben. Denn ob ein Objekt Kultcharakter besitzt oder nicht hängt von dem Design selbst ab und nicht davon, ob es mit diesem Etikett vermarktet wird. Vieles wird ohne jeden Gedanken an Zeichenhaftigkeit designt, erobert aber zu einem bestimmten Moment die Fantasie der Konsumenten und steht dann eben für einen bestimmten Zeitgeist. Was sich aber tatsächlich verändert hat, ist das Bedürfnis, die Wohnung wie eine Spielzeugkiste mit Designgegenständen anzufüllen. Diese Haltung ist etwas aus der Mode gekommen.

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Johanna Grawunder, Mitglied des imm cologne Trendboards, Photo: Koelnmesse; Lutz Sternstein

Johanna Grawunder lässt sich nicht so leicht in eine Schublade packen. Sie baut Häuser, entwirft Interiors und klassische Industrieprodukte, unter anderem für Boffi, Flos, B&B oder WMF. Vor allem aber kreiert sie exklusive Möbel- und Lichtobjekte für Galerien in Europa und den USA, bei denen sie gerne LEDs integriert und die Formen dabei fast zu entmaterialisieren scheint.

Licht ist für sie ein wichtiges Mittel, den Innenraum zugestalten, so dass es Teil des Ganzen wird. Auch muss Licht nicht immer ein für sich selbst stehendes Objekt sein, findet Johanna Grawunder. Wenn man es in Möbel integriert, ist es einfach da und erhält eine andere Qualität.

Die Architektin aus Kalifornien begann ihre Laufbahn 1985 im Studio von Ettore Sottsass in Mailand und arbeitete mit ihm an einigen der prestigeträchtigsten Projekte auf den Gebieten der Architektur und Innenarchitektur.

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Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM)

Warum die Einrichtung endlich als tagesaktuelles Trendthema entdeckt wird, liegt für Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef, auf der Hand: „Der Mensch ist im Jahr rund 340 Tage im eigenen Zuhause. Immer mehr Menschen erkennen das eigene Zuhause deshalb als Ort für Selbstentfaltung. Nirgendwo sonst kann man sich nach seinem Geschmack so gut austoben wie hier.“

Auto statt Polstermöbel – Durststrecke für deutsche Möbelhersteller

Doch auch, wenn Einrichten Kult ist – lässt sich angesichts massenhaft subventionierter Schnäppchen auf dem Automobilmarkt und schrumpfender privater Budgets mit Möbeln überhaupt noch Geld verdienen? Die Halbjahresbilanz der deutschen Möbelindustrie signalisiert zunächst ein klares „Nein”. Mit einem Umsatz von 7,6 Mrd. Euro lagen die deutschen Möbelhersteller um erschreckende 13,8 Prozent bzw. 1,2 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert.

Angesichts einer aktuell einmaligen wirtschaftlichen Situation empfiehlt es sich jedoch, zur nüchternen Beantwortung der Rentabilitätsfrage auch die Vorjahreszahlen mit heranzuziehen. Denn 2008 sah das Ergebnis noch ganz anders aus: Die Möbelproduzenten konnten mit einem Plus von 1,6 Prozent abschließen. Zwar war der Inlandsumsatz damals leicht rückläufig, doch dies wurde mit einem Wachstum im Export um plus 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen.

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Cecilie Manz, Marcus Fairs, Johanna Grawunder, Giulio Ridolfo und Bertjan Pot (v.l.n.r). Foto: Koelnmesse; Lutz Sternstein

In dem von der imm cologne jährlich zusammengerufenen Trendboard sind Produktdesigner, Architekten, Materialspezialisten und Journalisten versammelt, die als international anerkannte Design-Kenner gelten können und international erfolgreich arbeiten.

Dabei ist die Zusammensetzung des Trendboards einem jährlichen Wechsel unterworfen und repräsentiert mehrere Nationalitäten und Disziplinen. Für ein Stück Kontinuität sorgen dieses Jahr der Materialspezialist Giulio Ridolfo und der Journalist Marcus Fairs. Der aus der italienischen Kreativ-Hochburg Udine nach Köln gekommene Designer und Textilberater Giulio Ridolfo hat unter anderem durch seine ausgefallenen Arbeiten für Patricia Urquiola von sich reden gemacht. Der Londoner Autor Marcus Fairs ist für sein Online- Magazins dezeen bekannt.

Neue Impulse kamen dieses Mal von der amerikanischen Architektin und Interior- Designerin Johanna Grawunder, die im Produktbereich unter anderem durch exklusive und farbenfrohe Limited Editions vertreten ist, und Cecilie Manz, eine junge und erfolgreiche Designerin aus Dänemark mit einem exzellenten Gespür für Materialien und Farben. Auch der niederländische Designer Bertjan Pot, der dritte Neue im Trendboard, gehört zu der jüngeren, erfolgreichen Designergeneration, die derzeit den Wandel in der Designlandschaft forciert.

Begleitet wurde das Trendboard wieder von Andrej Kupetz, der seit 1999 Geschäftsführer des Rat für Formgebung in Frankfurt ist.

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1trendbookDie Einrichtungsmesse imm cologne gibt jedes Jahr im Herbst eine Trendprognose zu den wichtigsten Entwicklungen im Interior Design heraus. In dem so genannten Trendbook werden die aktuell die Designszene bestimmenden Themen in vier Richtungen weiterentwickelt, die stellvertretend für die unterschiedlichen Geschmäcker und Lebensstile stehen.

Verantwortlich für die Trendanalyse ist das von der imm cologne vor sechs Jahren installierte Trendboard – eine jeweils fünf- bis sechsköpfige Gruppe einflussreicher Designer, Architekten, Materialspezialisten und Fachjournalisten. Die jährlich wechselnde Besetzung eines Teiles der Mitglieder stellt sicher, dass die Arbeit des Trendboards immer wieder neue Impulse erhält.

In einem zweitägigen Workshop diskutieren diese kreativen Gestalter und Fachleute über die aussichtsreichsten Entwicklungen der Designszene, die Bedürfnisse der Menschen und die möglichen Antworten des Designs. Im Nachgang an den Workshop überprüfen die Trendboard-Mitglieder auch die Umsetzung der von ihnen formulierten Trends in der imm cologne Publikation, dem Trendbook.

Die aktuellen vier „Interior Trends 2010” die wir im Rahmen dieses Überblicks Ihnen detaillierter vorstellen möchten, heißen „Discipline”, „Trickery”, „Comfort Zone“ und „Rehab”.

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Wer gedacht hat, dass die Menschen sich angesichts der Bedrohung ihres Lifestyles, der Diskussion um Gesellschaftswerte und Wirtschaftssysteme nicht mehr allzu sehr für Design oder die Wohnzimmergestaltung interessieren würden, hat sich geirrt.

Im Gegenteil. Design scheint vielen wichtiger denn je. Es wird genauer hingeschaut, stärker selektiert, und Werte werden überprüft. Während für die meisten Konsumenten das heimelige Nest noch wichtiger wird, scheinen es viele einflussreiche Designer leid zu sein, Design nur um des Designs willen zu machen.

Es wurde noch nie so viel experimentiert auf der Suche nach intelligenten Lösungen, nach den Formen und Grenzen des Designs und nach nachhaltigen Einsatzmöglichkeiten für neue und alte Materialien, attestieren die Kreativen im Trendboard, dem Expertengremium der imm cologne. Auf der anderen Seite freilich wird auf Nummer Sicher gesetzt, Bewährtes verfeinert und die Solidität des puren Materials gesucht.

Auch wenn nicht alles auf die globale Erfahrung der Wirtschaftskrise zurückzuführen ist, so ist diese in den Augen des Trendboards der imm cologne doch die treibende Kraft bei dem erwarteten starken Ausschlag in vier sehr unterschiedliche Richtungen. „Discipline”, „Trickery”, „Comfort Zone” und „Rehab” heißen die wichtigsten Entwicklungen für die Einrichtungsbranche, die im Trendbook „Interior Trends 2010” dargestellt werden.

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Warme, rote Farbtöne, modernisierte klassische Formen und bunte Ensembles aus Massivholz, Kunststoff, Leder und Metall kommen schon bald in die Wohnräume modebewusster Einrichtungsfans. Dies prophezeit das Trendboard der imm cologne, die vom 19. bis zum 25. Januar 2009 zum Mekka der internationalen Möbelwelt wird.

Fünf namhafte Kreative – Eero Koivisto aus Schweden, Markus Fairs aus England, Arik vy aus Israel, Stephen Burks aus den USA und Giulio Ridolfo aus Italien – haben im Auftrag der Kölner Möbelmesse erforscht, wie die Interior Trends 2009 aussehen. Vier Geschmacksströmungen konnten sie herausfiltern. Ein Mitarbeiter des innovationsfreudigen Ludwigsburger Einrichtungshauses Uhl Schöner Leben hat sie für die imm cologne kommentiert.

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“Es herrscht ein neuer Geist unter den Jungdesignern”, freute sich der schwedische Architekt Eero Koivisto kürzlich anlässlich einer Präsentation des imm trendbook 2009. “Sie träumen nicht mehr so sehr davon, ruhmreiche Starobjekte zu entwerfen, sondern es geht ihnen um die Sache. Sie arbeiten oft im Team und streben danach, Gegenstände von nachhaltigem Wert zu schaffen.” Wer diese Aufbruchsstimmung spüren möchte, kommt in der Zeit vom 19. bis 25. Januar zur imm cologne.

In Halle 3.1 ist den jungen Kreativen unter dem Namen [d³] design talents eine ganze Etage gewidmet. Visionäre und Newcomer präsentieren sich dort in drei Bereichen: [d³] contest, [d³] professionals und [d³] schools.

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18. - 23.01.2011

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